Aktivismus - Wahn oder Sinn?

  • Das die Menschen aussterben werden ist ja kein Fakt

    Habe ich doch nicht behauptet. Der Richter auch nicht. Es ist eine Prognose, die mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit irgendwann eintreten wird. Oder kannst du in deiner gottgleichen Weisheit garantieren, dass die Menschheit für immer und ewig überlebt?

    Stell dir vor, du bist so gegen Krieg, dass du dich vor allem dafür einsetzt, dass derjenige gewinnt, der ihn begonnen hat.

  • Natürlich werden die Menschen aussterben. Spätestens wenn die Sonne in 5 Milliarden Jahren ihren Brennstoff verbraucht hat. Und bis dahin kann noch viel anderer Scheiß passieren.


    Also um zum "Fakt" zu kommen: Ja, wir sterben aus. Wann und warum ist unklar, aber wir sterben aus.

    Ja sicher, aber das war ja nicht der Kontext.

    Dass die Erde in 5 Mrd Jahren von der Supernova unserer Sonne verschluckt wird, bedeutet ja nicht, dass wir deshalb nicht bis 2035 klimaneutral werden sollten. Da ist schon noch ein bisschen Zeit dazwischen...

  • Man könnte den Eindruck gewinnen, dass es dem Richter mehr um "Sinn oder Unsinn" der Aktionen geht als um die strafrechtliche Einordnung.

    Das steht doch im Artikel:

    "Weyreuther bei einem Punkt mit der Aktivistin einer Meinung zu sein: die Bedrohung durch den Klimawandel. "Das ist eine Überzeugung, die ich durchaus teile", so Weyreuther während der Verhandlung. Doch bei der Wahl der Mittel scheint sich kein Konsens zu finden. Hinrichs hält die Blockadeaktionen für den einzig gangbaren Weg, eine Änderung der öffentlichen Meinung und Politik zu erwirken."

    Das die Menschen aussterben werden ist ja kein Fakt

    Habe ich doch nicht behauptet. Der Richter auch nicht. Es ist eine Prognose, die mit einer recht hohen Wahrscheinlichkeit irgendwann eintreten wird. Oder kannst du in deiner gottgleichen Weisheit garantieren, dass die Menschheit für immer und ewig überlebt?

    Es ging um die Sachlichkeit des Richters und da haben solche Prognosen nichts zu suchen. Zumal der Richter ja selbst der Bedrohung durch den Klimawandel zustimmt.

  • Natürlich werden die Menschen aussterben. Spätestens wenn die Sonne in 5 Milliarden Jahren ihren Brennstoff verbraucht hat. Und bis dahin kann noch viel anderer Scheiß passieren.


    Also um zum "Fakt" zu kommen: Ja, wir sterben aus. Wann und warum ist unklar, aber wir sterben aus.

    Das ist ja kein Fakt. Das ist eine Prognose deinerseits.


    Denn mal eine Alternativprognose: einige fortpflanzungsfähige Menschen haben ja gleichzeitig noch so ca. 5 Milliarden Jahre Zeit, sich einen (oder mehrere) neue erdähnliche Planeten zu suchen: mit neuer Sonne mit neuem Brennstoff und noch brauchbaren Lebensbedingungen und dort hinzureisen mit einigen Vorräten, was man für den interplanetaren Start so braucht. Dann sterben "wir" nicht aus.

  • "Jetzt mal überspitzt gesagt, wenn Ihren Forderungen in Deutschland nachgekommen wird, ist dann die globale Krise abgesagt?", finde ich, ist keine so schlechte Frage.

    Nein, nur hat sie vor Gericht IMHO nichts zu suchen - dort ist zu klären, ob die Nötigung durch das Anliegen gerechtfertigt war oder nicht. Und das Anliegen ist, dass Deutschland alles in seiner Macht Liegende tut, die selbst gesteckten Emissions-und Klimaziele zu erreichen.

    Inwieweit das ausreichend ist, wenn andere Länder nicht mitziehen, steht auf einem anderen Blatt, aber Fakt ist, das Deuschland sich nicht an seine Versprechungen hält, weshalb alleine schon deshalb der Protest gerechtfertigt ist.

    Wenn die sofortige Durchsetzung der Forderungen der Klebe-Aktivisten zur Folge hätte, dass Welt und Klima gerettet werden, wäre meiner Meinung nach die Nötigung in Form von Straßenblockaden sogar gerechtfertigt. Und somit keine Nötigung, sondern Notwehr?

  • Ja sicher, aber das war ja nicht der Kontext.

    Dass die Erde in 5 Mrd Jahren von der Supernova unserer Sonne verschluckt wird, bedeutet ja nicht, dass wir deshalb nicht bis 2035 klimaneutral werden sollten. Da ist schon noch ein bisschen Zeit dazwischen...

    Ich glaube auch nicht, dass der Richter meinte, dass wir bis 2035 wegen unserer Dummheit aussterben. Was also war der Kontext? :grinning_face:

  • Zumal der Richter ja selbst der Bedrohung durch den Klimawandel zustimmt.

    Stell dir vor: Ich stimme der Bedrohung auch zu. Aber dass wir (als globale Menschheit) es schaffen werden, noch irgendwas daran zu drehen, dem stimme ich nicht zu. Nicht weil ich es nicht will oder weil es mir egal wäre, nein, im Gegenteil, ich würde es begrüßen, wenn es gelänge, aber ich traue der Menschheit diese Leistung einfach nicht zu. Nicht mal ansatzweise. Meine Überzeugung ist, dass noch über Maßnahmen debattiert wird, wenn am Äquator schon 80° gemessen werden. Wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, wenn weite Teile der Erde unbewohnbar geworden sind und wenn es auf dem Rest der Erde zu eng geworden ist, alle aufzunehmen, dann wird zwangsläufig ein großer Teil der Menschheit aussterben. Wenn auch nicht alle. Das kann man betrauern, natürlich, aber es ist meines Erachtens unausweichlich.

    Stell dir vor, du bist so gegen Krieg, dass du dich vor allem dafür einsetzt, dass derjenige gewinnt, der ihn begonnen hat.

  • Wenn er meint, die Menschen wären zu dumm, muss er sich selbst aber miteinschließen.

    Nein, eine derartige Aussage ist immer exklusive dem Autor. Das ist die Norm. :smiling_face_with_sunglasses:

    Stell dir vor, du bist so gegen Krieg, dass du dich vor allem dafür einsetzt, dass derjenige gewinnt, der ihn begonnen hat.

  • Wenn er meint, die Menschen wären zu dumm, muss er sich selbst aber miteinschließen.

    Nein, eine derartige Aussage ist immer exklusive dem Autor. Das ist die Norm. :smiling_face_with_sunglasses:

    Das glaube ich gar nicht mal.

    Ich denke schon, daß der Richter sich da mit einbezieht.

    Und wenn der Richter sein Statement "wir Menschen sind zu dumm" so meinte, daß wir Menschen leider immer kurzfristigen Profit oder schnelle Befriedigung unserer Wünsche vorziehen, anstatt an langfristig guten Lösungen arbeiten, dann schließe ich mich seiner Meinung an.


    Natürlich gibt's auch immer Menschen, die auch langfristig denken können, und schnellen Profit ablehnen, der langfristig der Umwelt und der Menschheit schaden wird.

    Aber die große Mehrheit der Menschen denkt da leider nicht so weit, oder sie verrennen sich fast schon panisch in irgendwelche Schein-Aktionen, die am Zustand der Welt überhaupt nichts ändern werden...

  • Meine Überzeugung ist, dass noch über Maßnahmen debattiert wird, wenn am Äquator schon 80° gemessen werden.

    Am Äquator wird übrigens immer 0° gemessen, per Definition.


    (erlaube ich mir mal anzumerken, da du auch gerne meine Textfehler humoristisch kritisierst. Moment! Der Timba-Gedächtnis-ROFL: :rolling_on_the_floor_laughing:  :rolling_on_the_floor_laughing: :rolling_on_the_floor_laughing: )

    Ich bin Theoretiker. Das bedeutet, dass ich praktisch nur denke.

  • 250 Euro Kosten, um einen "Klimakleber" von der Straße zu lösen!


    Unabhängig davon ob die Höhe der Kosten wirklich gerechtfertigt ist, stellt sich natürlich auch diese Frage:


    > So entbrennt zwischen dem Social-Media-Team der Polizei München und Alt ebenfalls eine Diskussion. Nämlich darüber, ob es solche Kostenbeteiligungen auch bei Fußballspielen oder anderen Veranstaltungen gibt, die viele Polizeikräfte binden. <


    Wer setzt das also warum und wie fest? Und wo fängt man an und wo hört man auf, Personen einen Polizeieinsatz selbst bezahlen zu lassen?



    > Klimakleber: So viel kostet es, Aktivisten von der Straße zu lösen (t-online.de)

  • Hat jemand eigentlich den Podcast von Kurt Krömer gehört, wo Luisa Neubauer zu Gast war? Ich muss gestehen, dass ich bisher immer nur Ausschnitte von ihr gesehen/gehört hatte, aber das Gespräch war toll. Ich bin überrascht, wie klar sie einige gesellschaftliche Phänomene eingeordnet hat, z.B. die Frage, welche Ansprüche von außen an Aktivistinnen und Aktivisten gestellt werden, oder wie man das Dilemma zwischen politischem Engagement und persönlichem Konsumverhalten bewerten kann.


    Wer von ihr nichts hält, der wird aus dem Gespräch vermurlich nicht umgestimmt werden. Wer dem Thema Aktivismus etwas abgewinnen kann, wird ein paar interessante Aspekte aufgreifen können.

    Ich bin Theoretiker. Das bedeutet, dass ich praktisch nur denke.

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