Perimenopause - kenn mich selbst nicht wieder

  • Hallo zusammen,



    ich versuche mich kurz zu halten :winking_face:


    Ich bin Ende 40 und hab noch die Periode aber die Zykluse ändern sich seit ein paar Monaten. Damit einhergehend fing es an, dass ich auf einmal Stimmungsschwankungen bekam und plötzlich ad acta gelegte Konflikte wieder hochkamen wenn ich dahingehend getriggert wurde..alte Konflikte die über Jahre her sind. Die Gedanken kreisen dann, ich schaffe es nicht, NICHT darüber nachzudenken. Mit diesen Gedanken kommen auch körperliche Symptome..innere Unruhe, Herzklopfen, Enge in der Brust..Traurigkeit, Angst, Aggression. Keine Hitzewallungen oder Schwitzen..nur diese psychosomatischen Beschwerden. Der Frauenarzt sagte zwar bei einem unregelmäßigen Zyklus macht es keinen Sinn einen Hormonstatus zu machen, ich hab ihn aber gedrängt, wollte eben das rein körperliche Befinden abklären..also Blutbild, Schilddrüse, Hormone usw. Eigentlich hatte ich immer eine Gelbkörperschwäche (also Progesteronmangel, daher musste ich auch um schwanger zu werden diese einführen und 3 Monate weiternehmen um die Schwangerschaft zu erhalten. Unsere Tochter hab ich mit 36 bekommen und ist jetzt 13 Jahre alt by the way 😉 Ein weiteres Kind hat nicht mehr geklappt. Beim Hormonspiegel kam auf jeden Fall raus, dass ich einen Progesteronüberschuss habe – aber er sagte da alles durcheinander ist kann es auch eine falsche Aussage sein und hat mir sogar noch Progesteron gegen meine Beschwerden (wie oben geschildert) gegeben. Aber ich möchte keine Hormone einnehmen, würde sogar eher Psychopharmaka nehmen um das Serotonin anzukurbeln – aber das wäre auch das was ich als allerletzte Lösung nehmen würde. Also nehme ich pflanzliche Dinge wie eine Kombination aus Passionsblume/Baldrian, Vitamin D3+K2, Melatonin um den Cortisolspiegel zu dämmen…das klappt soweit ok, aber es ist wie eine Achterbahnfahrt den ganzen Tag..


    Es ist ein paar Stunden nichts, alles im grünen Bereich, der Schlaf ist grundsätzlich gut. Aber dann auf einmal triggert mich irgendwas, die Person die gerade hierbei alles abbekommt ist meine Mutter und ich merke wie mich jetzt kleinere Macken oder Dinge von ihr (Äußerungen, Verhalten z.B.) so dermaßen aufregen, dass ich innerlich richtig die Krise bekomme. Dinge die mir bis zu dem Zeitpunkt die letzten Jahre egal waren. Keine Ahnung wo das auf einmal herkommt..ich komme mir gerade vor wie ein Teenager der rumzickt, ich hab auch den Kontakt reduziert mit Telefonieren z.B. ohne wirklich zu benennenden Grund, hab ihr einfach gesagt mir generell gerade alles zuviel ist. Und es ist mir wirklich generell gerade alles zuviel, seit Corona sitze ich fast nur im Homeoffice am Laptop und mich nervt gerade das ganze Social Media und auch das Gerede dort, die Postings und generell telefonieren und diese Erreichbarkeit heutzutage. Das betrifft in der Tat auch anderes Kommunikationsverhalten in Richtung Freunde, auch mein Mann der von der Arbeit öfter anruft ohne Grund hab ich schon gesagt, dass er nur anrufen soll wenn was ist...er hat eine Engelsgeduld und ich hab ihm auch erklärt, dass mir gerade alles zuviel ist. Aber die ganzen negativen Gefühle fokussieren sich komplett Richtung Mutter. Es ist als würde ich Dinge die lange her sind wieder hochholen als wären sie aktuell, also auch körperliche Reaktionen als Folge. Meiner Mutter kann ich jetzt nicht wirklich damit kommen nach dem Motto „Ach übrigens du nervst mich gerade und die Streits und Konflikte die wir hatten in der Vergangenheit über die wir aber gesprochen haben und jetzt seit den letzten 8 Jahren ohne Streit auch wirklich Vergangenheit sind kommen wieder hoch und ich will nochmal darüber reden“ ironieoff. Die andere Seite von mir weiß nämlich dass man so auch nicht mit Menschen umgehen kann und ich jetzt eben so eine Nummer nicht bringen kann, ich denke dann auch immer wenn das umgekehrt wäre wie ich mich da fühlen würde…. Also was mache ich – ziehe mich eben aus den auch vorhandenen anderen Gründen gerade zurück und probiere zu überlegen woher das auf einmal kommt und versuche es mit mir selbst auszumachen. Ich kenne mich gerade selbst nicht wieder.


    Das nächste Gefühl ist eine tiefe Traurigkeit über das Wissen, dass das bisherige Leben zu dritt als kleine Family mit unseren tollen Urlauben und Zeit die wir verbracht haben nicht mehr ewig so geht..sie wird jetzt Teenager und das Empty-Nest-Syndrom ist noch in der Ferne aber ich schaue zurück was war und könnte nur weinen, ich kann mir momentan noch nicht mal vorstellen wenn sie dann mal ihr Leben lebt mit meinem Mann alleine an einen Ort zu gehen mit dem ich absolut unsere Zeit zu dritt verbinde..da bekomme ich sofort Magenschmerzen…. :face_vomiting: :loudly_crying_face: dann auch die Angst dass ich durch diese Gedanken und Gefühle körperlich wirklich was anrichte..und der Körper sich dann wirklich wehrt mit einer schlimmen Krankheit..ich bin richtig hypochondrisch und ein richtiger Psycho gerade :loudly_crying_face: Mein Mann sagte die Hormonumstellung ist wie eine 2. Pubertät – aber so schlimm war es in meiner eigentlichen Teenie Zeit nicht wie es in mir drin aussieht…ich hatte nie so eine krasse Pubertät, wer weiß vielleicht fühlen sich „normale“ Teenager so und ich mache es jetzt eben das erste mal durch..hat das noch jemand von Euch? Hatte sogar Achtsamkeitstraining letzten Oktober gemacht, mache auch Yoga usw…Therapieanfrage – vergesst es – keine Chance, seit Corona fast unmöglich außer man bezahlt es selbst…



    Danke fürs Zuhören, LG :-$

  • Hallo und herzlich willkommen!

    Das was du jetzt durchmachst, hat bei mir damals so ähnlich angefangen, als ich 47 war.

    Meine Regel hatte ich auch noch ziemlich lange, aber ich habe den Eindruck, so langsam bin ich mit durch.

    Wenn du so mies drauf bist, und dich über alles mögliche aufregen kannst, hilft es dir da etwas, daß du jetzt weißt wo es herkommt?


    Ich dachte damals zuerst, daß ich anfange zu spinnen, bis mir dann klar wurde, das sind einfach nur die Wechseljahre...

    Und ich finde immer, daß es eine große Erleichterung ist, wenn man den Grund kennt warum es einem nicht gut geht.


    Daß du trotzdem ganz gut schläfst, ist ja schonmal sehr gut, bei mir und vielen anderen Frauen in den WJ ist das leider nicht so. Der Schlaf wird bei vielen einfach leichter, und man wacht öfters auf.

    Und das macht einen dann natürlich noch schlechter gelaunt...


    Aber ganz ehrlich, das mit deiner Angst "mit deinen Gefühlen und Gedanken etwas anzurichten" und "der Körper sich mit einer schlimmen Krankheit wehrt", das vergiß bitte, denn das ist wirklich Humbug, und hilft dir ganz sicher nicht, eher im Gegenteil!


    Es werden Menschen krank, die ständig unzufrieden und verbittert sind, und genauso Menschen, die ein zufriedenes Leben führen, und einen ausgeglichenen Charakter haben.

    Da haben irgendwelche Gedanken gar nichts mit zu tun, sonst würden ja alle Hypochonder irgendwann wirklich die Krankheiten bekommen, vor denen sie solche Angst haben.

    In Wirklichkeit gibt's sogar viele Hypochonder/innen, die sehr alt werden...


    Das Einzige was daran stimmt ist, daß unzufriedene Menschen vielleicht schlechter mit sich und ihrer Gesundheit umgehen, oder daß dauerndes Gereiztsein oft sozusagen "auf den Magen schlägt".

    Das liegt aber einfach nur daran, daß Streß die Produktion von Magensäure ankurbelt, und das kann auf Dauer dem Magen und der Verdauung schaden.


    Deshalb ist es für dich auf jeden Fall gut, wenn du dir auch mal etwas mehr Ruhe gönnst, und dir nicht mit Krankheitsängsten zusätzlich noch Streß machst. Ist ja auch sehr schön, daß dein Mann auch so verständnisvoll ist.

    Hast du ihm erzählt, daß deine Stimmungsschwankungen von den Wechseljahren kommen? Sowas ähnliches gibt's ja bei manchen Männern auch, wenn die Hormonproduktion allmählich runterfährt, allerdings meistens nicht so deutlich und stark wie bei uns Frauen....


    Hormone hab ich auch nie genommen, zumindest keine vom Frauenarzt verschriebenen.

    Aber mir hat ein pflanzliches Präparat, das rezeptfreie Remifemin aus der Apotheke ganz gut geholfen.

    Jedenfalls bilde ich mir ein, daß ich wieder besser schlafe, seit ich das nehme.

    Und gegen die Schwitzerei (die kam bei mir auch ziemlich spät, bis vor zwei Jahren habe ich kaum mehr geschwitzt als sonst) will ich mir jetzt mal Mönchspfeffer besorgen, das haben mir andere Frauen empfohlen.

    Naja, bei manchen hilft's, mal schauen wie das bei mir wirkt...

    Also, mach dir keine Angst, und schlaf gut! :smiley_emoticons_winken4:

  • Das nächste Gefühl ist eine tiefe Traurigkeit über das Wissen, dass das bisherige Leben zu dritt als kleine Family mit unseren tollen Urlauben und Zeit die wir verbracht haben nicht mehr ewig so geht..sie wird jetzt Teenager und das Empty-Nest-Syndrom i

    Geht mir momentan auch sehr heftig so.


    Ich weiß nicht ob es bei mir schon WJ sind. Periode und so ist alles völlig normal. Ich bin 42.


    Meine Laune ist auch ständig abwechselnd.

    Aber auch da weiß ich nicht ob es eher meine Diagnose ist.


    Und dass ihr psychisch instabil bin, ist auch schon immer.

    Von daher hab ich auch Panik wenn ich wirklich in Wj rein komme wie heftig das dann wird.


    Hypochondrisch bin ich auch leider 😕.


    Ganz schlimm sind aber auch die Gedanken daran dass die Kinder gehen werden. Und wie du sagst, man keine gemeinsamen Sachen mehr macht. Wenn mir die Gedanken darüber kommen, bin ich auch nur am heulen.


    Meine Kinder sind 20,18 und 14.

    Die 20 jährige hat jetzt ein Freund. Das ist auch ungewohnt für uns. Und sie ist weniger zu Hause . Der 18 jährige will jetzt in eine Großstadt ca 700 km von uns wegziehen.

    Eigentlich will er nach Amerika.


    Naja, und mittlerweile fühle ich mich alleine. Wie geht's weiter. Fühl mich ziemlich sinnlos.



    Also, ich kann dich so gut verstehen. Fühl dich ganz fest gedrückt.

    Leider weiß ich nicht wie ich dir helfen könnte.


    Alles gute

  • @Lobby Lob 82 : Deine Schilderung erinnert mich an meine fruchtbaren Jahre und an die Wechseljahre. So gut wie du hätte ich mein Seelenleben gar nicht schildern können. Ich hatte eine sogenannte prämenstruelle dysphorische Störung . In den Wechseljahren kam dieser Stimmungswechsel dann zu nicht vorhersehbaren Zeiten. Das war unangenehm.

    Ich nahm später dann Hormone , aber nur ,weil ich einen Freund hatte und nicht alt werden wollte.

    Einen Tipp habe ich : Viele Leute fangen in Deinem Alter mit dem Laufsport an. Alle meine weiblichen Bekannten , welche den Laufsport ausübten , hatten überhaupt keine Probleme in den Wechseljahren. Ich begann mit 53 Jahren zu laufen. Ich hatte auch keine Probleme , auch nicht ,als ich die unnötigen Tabletten absetzte ( mit 54 Jahren Hormontabletten endlich abgesetzt ). Der damalige Gynäkologe wollte mir wieder welche Tabletten aufdrängen , aber ich blieb standhaft.

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