Mein Mann will keinen Sex

  • Hallo ihr Lieben,


    ich wende mich heute an euch, da ich einfach nicht mehr weiter weiß.

    Ich bin 44 und in 2. Ehe verheiratet. Mein jetziger Mann und ich kennen uns schon seit über 30 Jahren und vor 3 Jahren kamen wir als Pärchen zusammen. Am Anfang unserer Beziehung, als es sozusagen "gefunkt" hat, erzählte er mir dann, dass er eine chronische Krankheit hat (Niere) und dass er viele Medikamente nehmen muss und eben Eins dabei wäre, welche die sexuelle Lust etwas einschränkt. Ich dachte mir Anfangs nichts dabei, ich war eher besorgt über seinen Gesundheitszustand, den er aber relativ gut im Griff hat. (Nichtsdestotrotz kann man es nicht schön reden, dennoch ist dies ein anderes Thema, ich wollte es nur erwähnen, da es ja grundsätzlich mit rein spielt in die ganze Problematik).


    So, ganz am Anfang hatte ich immer drauf gewartet, dass er mal den 1. Schritt macht, da bin ich als Frau eher konservativ eingestellt. Leider passierte nichts weiter, als ein bisschen Küssen und ja - wenn man es fummeln nennen mag, dann eben auch das, allerdings eher wenig. Da wir uns ansonsten bombastisch gut verstehen, rückte die Sexualität etwas in den Hintergrund. Allerdings redeten wir anfangs sehr viel über unser Sexualleben, was meine Vorlieben sind, was er gerne mag usw. Nur - den großen nächsten Schritt, gab es einfach nicht. Er erklärte mir dann, dass bei ihm untenrum alles "tot" sei. :disappointed_face: Ich habe natürlich Morgens darauf geachtet, was bei Männern nun mal so typisch ist, ob sich da was tut, aber da war nichts. Ich schlug ihm vor ob wir uns mal ein paar Filmchen ansehen, habe ihn dazu ermutigen wollen, aber beim Wollen blieb es dann auch. Auch versuchte ich ihm Nachts körperlich näher zu kommen, aber es war vergeutete Liebesmüh. So vergingen die Wochen und Monate und mich frustrierte das alles ziemlich. Liegt es an mir? Diese Frage stellte ich mir unentwegt. Dafür lobte er stets und ständig seine beste Freundin, wie toll sie aussieht und sie immer schöner wird. Das erzählte er jeden, meinen Eltern, Freunden usw. Das ich dann natürlich auf die besagte Freundin nicht mehr so gut zu sprechen war, versteht sich ja von alleine. Es gibt Bilder mit seinen Freundinnen (es sind einige) auf denen er innig umschlungen mit diesen zu sehen ist. Wen wir Bilder machen, sieht das immer so gezwungen aus, auch schaut er meistens traurig. Komplimente bekomme ich so gut wie nie. Und die körperliche Nähe wurde auch immer seltener. Das er mich liebt und das ich ihm sehr viel bedeute sagt er mir zwar fast täglich, aber körperlich eben nicht. Irgendwann redete ich mal Klartext mit ihm, dass ich ohne körperliche Nähe so nicht weiter machen kann. Es geht mir ja auch nicht unbedingt um Sex, sondern auch um das "dazwischen" und ganz ehrlich gesagt, es gibt auch noch 1000 andere Möglichkeiten Sex zu haben, auch wenn es bei ihm vielleicht nicht so gut bis gar nicht da unten funktioniert! Darauf hat er sehr emotional reagiert, fast schon panisch. Er meinte es wäre jedesmal das selbe, wenn er eine Frau kennen lernt, scheitert es immer an diesem Thema. Ich fragte dann, wieviele sexuelle Kontakte er denn schon gehabt hätte und seine Antwort war 1 oder 2, vielleicht auch 3. Nun, bei so einer Zahl, sollte man es schon genauer sagen können, aber mir war auch bewusst, dass er da gerade ziemlich in Panik war, weil er vermutlich erwartet hat, das ich ihn verlassen würde. Den Zahn hab ich ihn dann aber gezogen und ihm erklärt, das ich nicht die "Anderen" bin und das ich zu ihm stehen werde, egal was kommen mag. Ich liebe ihn, für all das was er ist und nicht wegen dem Sex. Ich schlug ihm dann vor, einen Termin bem Arzt zu machen und fragte ihn auch ob er je bei einem gewesen wäre. Nein, war er nicht. :face_with_monocle: Also Termin vereinbart und wir sind dort zusammen hin. Leider war dieser Arzt sowas von inkompetent und wir verliesen die Praxis ohne überhaupt das Problem angesprochen zu haben. Das ist jetzt 2 Jahre her und seitdem geht er mir beim Thema Arzt auch aus dem Weg.


    Dann gab es Momente, wenn wir z.B. zusammen weg gehen und er mal etwas getrunken hat, wird er total locker und fängt dann auch von sich an, mich zu küssen- Leider ist dass dann immer in der Öffentlichkeit, sprich, wir sind nicht alleine und er ist in einem "geschützten" Raum, ich kann ihn sozusagen nicht noch näher kommen. Nichtsdestotrotz passierte es dann doch irgendwann. Wir waren zusammen weg, es war ein sehr feuchtfröhlicher Abend und ich trinke wirklich selten, aber an dem Abend hatte ich es etwas zu gut gemeint und ihm dass dann auch auf der Nachhausefahrt im Taxi gesagt. Heute glaube ich, dass ihn das enthemmt hat, vielleicht dachte er, dass ich mich an nix erinnern könnte. :zany_face: Jedenfalls kamen wir nach Hause und plötzlich musste ich zu meiner Freude feststellen, dass da "unten" alles in bester Ordnung ist und man von "tot" nicht sprechen konnte. Wir hatten jetzt nicht den klassischen Sex, aber es war einfach traumhaft trotz allem und nach der langen Durststrecke für uns beide ein Vergnügen. Was ich damit sagen will, er kann ja anscheinend, wenn er locker genug ist. Sobald wir aber nebeneinander im Alltag sind, ist er unnahbar. Langsam ertrage ich es nicht mehr.


    Wir haben vor einiger Zeit geheiratet, es war alles so unbeschreiblich romantisch, der Antrag usw. Irgendwie fühlt sich alles an wie in einem Märchen, nur ich frage mich allen ernstes was ich noch machen kann, warum er so ist. Jedesmal wenn ich mit Engelszungen mich vorsichtig an das Thema heran traue und ihm durch die Blume versuche zu sagen, dass ich mal zumindest gedrückt werden möchte oder kuscheln will, macht er das. 2 Tage sind es dann immer, dann fallen wir wieder auf 0 zurück. Ich muss ihn ständig erinnern, möchte ihn aber auch nicht zu sehr unter Druck setzen. Das habe ich auch nie. Es ist ja auch nicht so, dass ich rum laufe wie Mutter Flodder, ganz im Gegenteil. Ich versuche mich immer besonders hübsch zu machen für ihn, ich setze eher mich selbst unter Druck und habe inzwischen enorme Komplexe entwickelt. Meine Laune ist meistens im Keller, weil es mich einfach so frustriert, nie ein Kompliment zu bekommen. Seit neuesten ist er noch abwehrender geworden, d.h. wenn ich auf ihn zu komme um ihn z.b. mal zu streicheln oder versuche ihn zu umarmen, wehrt er sooo ab, fast schon als würde er meine Hände weg schlagen (Schlagen ist jetzt übertrieben, das tut er nicht, aber anders kann ich es jetzt nicht beschreiben).

    Wieviele Tränen ich schon heimlich geweint habe, ich bin einfach völlig fertig. Ich weiß nicht mehr was ich noch versuchen kann und vor allem würde ich gerne wissen, an was es denn liegt? Mir kam sogar schon sexueller Missbrauch in den Sinn :face_screaming_in_fear: , denn er verhält sich sehr typisch dafür. Auch ist mir aufgefallen, dass er in allem immer sehr perfektionistisch ist, er kann einfach fast alles und ist da auch in einer sehr sympatischen Art stolz auf sich, was er eben damit ausgleicht oder es versucht auszugleichen, weil er ja insgeheim weiß, dass er in dem anderen Thema nicht kann.

    Ich weiß dass er mit Anfang 20 eine Beziehung über mehrere Jahre hatte und diese Frau auch einen großen Kinderwunsch hatte. Damals war er wohl zusammen mit ihr beim Arzt, da wurde sein Sperma getestet und soweit ich weiß, meinte der Arzt, dass es auf natürlichen Weg nicht klappen wird und sie nachhelfen müssten, aber es wäre nicht unmöglich. Vielleicht hat ihn diese Diagnose so zugesetzt PLUS das Thema mit seiner Krankheit, in der er erfahren hat, dass die Medikamente die er einnehmen muss ihn in der Potenz beeinträchtigen können, das er sich das alles im Laufe der Jahre eingeredet hat und die Psyche da enorm mit rein spielt. Ich weiß es nicht. Ich weiß nur eins, dass es so nicht weiter gehen kann. Ich leide darunter, als relativ "junge" (oder mittelalterliche :upside_down_face: ) Frau, überhaupt kein Sexualleben zu haben, keine Berührungen, kein küssen (mal ein Bussi in der Früh und zur Guten Nacht). Keine Komplimente, außer dass seine Freundinnen richtige Schnecken waren (der Kontakt besteht zu denen im übrigen nicht mehr wirklich, was aber nicht an mir lag). Wenn man jemanden wirklich liebt und man erlebt das alles so wie ich es erlebe, bricht es einem wirklich das Herz :broken_heart:


    Ich hoffe, dass vielleicht der Ein oder Andere eine Idee hat, an was das alles liegen könnte oder mir vielleicht einen Denkanstoß geben kann. Außerdem tut es einfach mal gut, darüber zu reden, denn ich kann das nicht mehr nur in mich hinein fressen, langsam schlägt mir das alles auf die Psyche.
    Ich bedanke mich auf jeden Fall fürs Lesen.

    Liebe Grüße

    Moonlight

  • Mir kam sogar schon sexueller Missbrauch in den Sinn :face_screaming_in_fear: , denn er verhält sich sehr typisch dafür.

    war auch, offengestanden, das, was mir in den sinn kam - noch bevor ich es von dir las.


    jedenfalls würde es so manches erklären. einerseits der spaß, den er hatte im betrunkenen zustand und andererseits sein sich komplettes verweigern, das "wegschlagen" etc..


    im übrigen vermute ich, dass dieses "dazwischen" (was er auch nicht will), wie du es nennst (kuscheln, küssen, Berührungen etc.) aus seiner Sicht "so eine art zusteuern auf einen Point of no return" für ihn sein könnte. sprich, dass er angst hat, wenn er sich in die Richtung bewegt (z.b. mit dir kuscheln würde), es für ihn keinen Rückzug aus dieser Angstsituation/der Situation, dass alles auf sex und starke körperliche nähe hinausläuft, mehr geben wird - vorausgesetzt, die Vermutung stimmt.

  • edit - ihr kennt euch schon 30 jahre? - was weißt du denn darüber, wie er früher war, welche Interessen er hatte, mit welchen Leuten er zusammen war, wie kam er damals bei Frauen an, gab es Interessentinnen, die sich die zähne ausgebissen haben, war er verschlossen gegenüber Frauen oder eher aufgeschlossen, war er ein grundsätzlich ein lockerer typ oder nicht, hat er auf seine Attraktivität geachtet - solche Sachen.

  • Das, was Du beschreibst, ist durchaus weit verbreitet bei Männern mit Erektionsstörungen, die nicht nur rein "psychisch" sind, sondern handfeste medizinische Ursachen haben.


    Knapp auf den Punkt gebracht:

    Bevor man(n) wieder und wieder erlebt, dass er nicht "funktioniert", geht er eben lieber komplett auf Distanz. Da wird jeder intensiverer Kuss schon zur Gefahr, weil es ja bedeuten könnte, dass mehr verlangt wird - und er dann wieder mit seinem "Versagen" konfrontiert wird. Ich kenne Männer, die das als "absolut demütigend" bezeichnen (weil ja auch gesellschaftlich ein bestimmtes Bild existiert). So Vorschläge wie "Filme gucken" und auch das Diskutieren von Vorlieben sind da absolut problematisch, weil das eben NICHTS am eigentlichen Problem löst. ER kann nicht, ER schämt sich, ER vermeidet es. Daran kannst DU erstmal nichts ändern und es ist auch nicht Deine Schuld. Und es bedeutet auch nicht, dass er kein Interesse an Dir hat. er schptzt sich einfach komplett.


    Dass in der Öffentlichkeit und unter der leicht enthemmenden Wirkung von Alkohol dann mehr Zuneigung etc. gezeigt wird, ist ziemlich einfach zu erklären: Das ist öffentlich. Da wird nicht "mehr" erwartet. Absolut sicheres Umfeld.



    Um das Problem zu lösen, sind mehrere Schritte erforderlich:

    1. OFFEN reden. Nicht über DEINE Vorlieben, sondern darüber, wie man mit dem Problem umgehen kann. Und: BEIDE müssen für sich erarbeiten, dass Sexualität eben mehr als der reine Geschlechtsverkehr ist. Den Druck rausnehmen. Nähe, Intimität OHNE Erwartung, dass es zum Sex an sich kommen muss.

    2. Sich ärztlich beraten lassen, ob ggf. Medikamente helfen können. Was dann aber ggf. eher "Sex mit Vorlauf und nach Termin" wird. Und man muss schauen, ob die Medikamente möglich sind, wirken - und die Nebenwirkungen tolerierbar sind. Also: Offen und ohne Scheu mal mit einem Arzt sprechen.

    3. Paarberatung/Sexualtherapie. Das Thema ist komplex, sehr emotional. Ihr beide kämpft mir Unsicherheiten, Ängsten,... Das kann man zu zweit oft nur schwer konstruktiv besprechen.


    Zu weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema:

    1. Google mal "sensate focus". Das ist ein Programm im Rahmen der Sexualterapie, wo es um eine schrittweise Annäherung an Intimität geht, sogar mit VERBOT von Geschlechtsverkehr, um diese Erwartungshaltung komplett loszuwerden.

    2. Dieser Ratgeber zu sexuellen Funktionsstörungen bei Männern ist ein sehr guter Einstieg:

    Was jeder Mann über Sexualität und sexuelle Probleme wissen will - 22/2010 - Ein Ratgeber für Männer und ihre Partnerinnen | Hogrefe
    Was ist normale, was ist ungestörte, was ist leidenschaftliche Sexualität? Welche Probleme und Störungen der Sexualität gibt es? Wodurch entstehen sexuelle…
    www.hogrefe.com

    Live the life you love. Love the life you live.

  • Jedenfalls kamen wir nach Hause und plötzlich musste ich zu meiner Freude feststellen, dass da "unten" alles in bester Ordnung ist und man von "tot" nicht sprechen konnte.

    Und wenn es doch an dem Medikamenten liegt und es sich zusammen mit Alkohol eben wieder anders verhält?

    Was nimmt er denn für Medis und was sagen die Beipackzettel zu Alkohol?


    Edit: und noch die Info: Paare bei denen eine/r Libidoverlust hat und sich die/der andere damit arrangiert (oder die Beziehung daran kaputt geht) gibt es immer wieder mal. Ob dann auch sonst körperliche Nähe wegfällt weiß ich nicht.

    Aber vielleicht findest du unter dem Begriff Libidoverlust ja passende Erfahrungsberichte und Lösungsideen.

  • :thumbs_up_medium_light_skin_tone: das stimmt - dennoch wäre das potentiell auslösende Medikament von Interesse. es besteht ja auch die Möglichkeit, dass besagtes Medikament als Auslöser nur vorgeschoben ist.

  • Zuerst mal vielen herzlichen Dank für eure Antworten.


    going

    Krass, dass auch du das als 1.Gedanken gesehen hast. Ich kam da erst relativ spät auf diesen Gedanken, dachte mir Anfangs halt, dass es wegen den Medis sein könnte. Aber ich habe mich jetzt mal ein wenig mit dem Thema befasst (das Thema Männer und Missbrauch ist wirklich schwierig). Aber du hast absolut Recht, alles was von meiner Seite eine "harmlose" Berührung ohne Hintergedanke ist, geht bei ihm schon in die - für mich spürbare "Angst" vor dem nächsten Schritt- oder wie du es nennst "Point of no return"!

    Ja, wir kennen uns seit 34 Jahren, ob man es glaubt oder nicht. Wir waren zusammen in der selben Klasse bis zum Abschluss und haben uns eigentlich nie aus den Augen verloren. Natürlich ist jeder seines Weges gegangen, aber dennoch blieb der Kontakt immer irgendwie bestehen.

    Zu deinen Fragen

    wie er früher war:

    - als Kind schon ein kleiner Frechdachs, ein Rabauke. Später in der Teenager Zeit war er eigentlich ganz normal, hatte dann mit 19 eben die benannte Freundin, die den Kinderwunsch hatte. Er hatte aber auch ein sehr ausschweifendes Leben, Partys ohne Ende inkl. Alkohol, war jedes Wochenende unterwegs mit seiner Clique die zu 99,9% nur aus Frauen bestand. Er war bei denen der Hahn im Korb. Leider muss ich sagen, dass er diese besagten Damen "bezahlt" hat. Er war derjenige, der die Runden schmiss, für alles aufkam. Egal ob das jetzt in der Disco war oder Zuhause, er hat bezahlt inkl das Taxi nach Hause. Sexuell lief mit diesen Damen nichts, das weiß ich zu 100%. Er war Single und hatte seine Mädels immer im Schlepptau.
    Ja, es gab auch Interessentinnen, die ein oder andere Beziehung gab es anscheinend. Allerdings ging das nie länger als ca. 6 - 8 Wochen. Einiges wusste ich auch nicht. Aber er erzählte es mir dann nach und nach und anscheinend scheiterte das alles immer, weil nix lief. Wenn man ihn so sieht und wenn ich mich an damals erinnere (wir waren auch oft genug zusammen weg) dachte ich immer, er wäre so der Weiberheld, der nix anbrennen lässt. Selbstbewusstsein im Außen hat er auf jeden Fall. Nur wenn man ihn näher kennte bzw. das Problem, bzw sein Geheimnis kennt, sieht man auch hinter den Tellerrand was eigentlich los ist. Auf seine Attraktivität hat er immer geachtet, als aberdie Corona Pandemie anfing ließ er sich etwas gehen und dann kamen wir ja zusammen. Zuhause ist er eher locker, aber wenn wir weg gehen, achtet er schon auf sich.


    Spatz.56

    Ansonsten harmonieren wir wirklich extrem gut, wir sind ein Dream Team und wer uns persönlich kennt, würde uns das nie anmerken, dass da nix läuft. Er ist ein Herzensguter Mensch, mit einem wundervollen Herzen. Das muss ich auch betonen, sonst wären wir nicht zusammen. Leider hast du natürlich Recht, dass das die Grundlage ist. Ich erkämpfe mir mein "kuscheln & Co" ja dennoch, aber das ist ja der Grund, denn sowas sollte man nicht erkämpfen müssen. Und eben weil ich ihn liebe, möchte ich sooo gerne wissen, was die Crux an der ganzen Sache ist.


    Sunflower_73

    Ich gebe dir auch in allen Punkten Recht. Diese Angst vor dem "Versagen". Das war von Anfang an für mich ganz klar, dass er das hat, weshalb ich da sehr vorsichtig an die Sache ran ging. Inzwischen bin ich halt auch in Richtung "Mißbrauch" aufmerksam geworden. Aber grundsätzlich war das mein erstes Bild das ich hatte und dachte, dass das das Problem ist. Ich meine, was macht einen Mann aus (aus der Sicht des Mannes - nicht aus meiner)? Und wenn das nicht funktioniert, fühlt Man(n) sich eben ent-mannt. Allerdings muß ich sagen, dass er ganz am Anfang damit begonnen hat, mich über meine Vorlieben auszufragen und auch von ihm kam der Vorschlag, mal Pornos zu schauen. Er hat damit begonnen, nicht ich. Allerdings geriet dass dann in Vergessenheit und irgendwann schlug ich es ihm dann erneut vor, was dann aber nicht mehr stattfand. Manchmal ist das alles auch sehr verwirrend, ich glaube er versteht das alles so gar nicht.

    Als kleines Beispiel:

    Wir sitzen im Auto. Es läuft ein Beitrag über Brustkrebs. Die Sprecherin erwähnt, dass man als Mann, seiner Partnerin Bescheid geben muss, wenn man etwas wie einen Knoten oder eine Veränderung spürt. Plötzlich sagt er zu mir, dass er bei mir zum Glück noch nix gefühlt hat. :woozy_face: Ich meinte dann nur, dass er auch nix fühlen kann, weil er da ja nie hin fasst... :face_with_rolling_eyes: :face_with_steam_from_nose: Da war er fasst schon echauffiert. Und solche Dinge passieren ständig, wo man denken könnte, dass für ihn eine normale Sexualität besteht, dabei ist da Null Komma Null....

    Zu deinen Vorschlägen:
    Ich werde es natürlich nochmals versuchen. Ich muss da natürlich den richtigen Moment abwarten. Ihn damit zu konfrontieren, erzeugt eigentlich immer abwehr seinerseits. Ich versuche ja auch dieses Thema nicht so oft anzuschneiden. Ärztliche Beratung lehnt er seit dem schon genannten Arztbesuch ab, dennoch halte ich es für möglich, dass wir das nochmals versuchen. Durch seine ganzen Medikamente die er eh schon nimmt, weiß ich nicht, ob er da zusätzlich noch was nehmen darf. Eine Paarberatung halte ich persönlich für absolut notwendig, allerdings vermute ich mal ganz stark, dass er das eher ablehnen wird. Dieses "Sensate Focus" klingt super, damit werde ich mich auch nochmals befassen. Vielen Dank für den Hinweis.


    LiebesZwerg

    Es sind verschiedene Medis, da er ja das Nierenleiden hat, sind das u.a Harnmedis und Blutdrucktabletten, Cholesterin usw. Er sollte eigentlich keinen Alkohol trinken und das kommt auch äußerst selten vor und wenn dann nur in der Sommerzeit.


    going

    Ich hatte mir die Beipackzettel dieser Medikamente schon damals angesehen und konnte aus keinen herauslesen, dass da Libidoverlust mit drin stand, weshalb ich auch vermute, dass er es nur vorschiebt und daran glaubt, dass es davon kommt. Was bei mir wieder die Alarmglocken für sexuellen Mißbrauch läuten lässt.

  • und nach der langen Durststrecke für uns beide ein Vergnügen

    War es das wirklich für ihn oder hat er das nur vorgetäuscht um dich glücklich zu machen?


    Bist du sicher, dass er generell an Sexualität und/oder Frauen Interesse hat? Mir kommt das ein bisschen so vor als ob er vielleicht asexuell ist und einfach kein Interesse an Sex und Zärtlichkeiten hat. Mit den Freundinnen kann man sich dann so erklären, dass er da ungezwungener ist, weil von denen keine Gefahr ausgeht etwas zu tun, was er nicht will.

  • ...erzählte er mir dann, dass er eine chronische Krankheit hat (Niere) und dass er viele Medikamente nehmen muss und eben Eins dabei wäre, welche die sexuelle Lust etwas einschränkt. Ich dachte mir Anfangs nichts dabei, ich war eher besorgt über seinen Gesundheitszustand, den er aber relativ gut im Griff hat. (Nichtsdestotrotz kann man es nicht schön reden, dennoch ist dies ein anderes Thema, ich wollte es nur erwähnen, da es ja grundsätzlich mit rein spielt in die ganze Problematik).

    Hallo moonlight,


    unabhängig von Medikamenten und dem hier gegebenenfalls im Raume stehenden Verdacht auf sexuellen Missbrauch möchte ich darauf hinweisen, dass hormonelle Veränderungen und Beeinträchtigungen der Sexualfunktion schon frühzeitig bei eingeschränkter Nierenfunktion eintreten – also allein aufgrund der Erkrankung!

    Sicherlich steigern sich die Beschwerden und Symptome mit zunehmendem Funktionsverlust der Nieren. Weißt du, in welchem Stadium sich dein Mann befindet oder wie sein GFR-Wert (glomeruläre Filtrationsrate) ist?


    Chronische Niereninsuffizienz ist ein sehr komplexes Krankheitsbild, welches Einfluss auf sehr viele Organe und Körperfunktionen hat.


    Quote

    "Bei nahezu 50 Prozent aller nierenkranker Männer findet sich eine erektyle Disfunktion. Ein noch höherer Prozentsatz leidet an einer verminderten Libido (Procci et al. 1981, Torians et al. 1997).

    Im Rahmen der chronischen Niereninsuffizienz kommt es zu einer komplexen und kombinierten Störung der Sexualhormonsynthese und des Sexualhormonmetabolismus. Diese Veränderungen treten bereits frühzeitig auf. … Der Großteil sexueller Störungen bei niereninsuffizienten Männern lässt sich auf organische Veränderungen zurückführen. …

    [Stichwort:] Störungen der Hypothalamus--Hypophysen-Gonaden-Achse"

    Kannst du hier bei der Fachliteratur von Thieme nachlesen: Quelle: Thieme



    Die von Sunflower_73 erwähnte Vermeidungstaktik und Distanz spielt auf jeden Fall auch eine Rolle dabei.



    Probieren könntet Ihr eine Androgensubstitution, die Ihr mit einem Urologen besprechen solltet, der gleichzeitig auch Androloge ist. (Mir ist nicht bekannt, ob alle Urologen gleichzeitig auch Andrologen sind.) Allerdings wäre eine solche Substitution gemäß Thieme kontrovers zu sehen, weil „Androgene auch die Progression renaler Läsionen beschleunigen könnten“, also dass die Nierenerkrankung deines Mannes schneller fortschreitet.


    Ich verstehe, dass dich die Situation extrem belastet. Aber für deinen Mann ist sie eben auch nicht leicht. Seine Erkrankung ist sehr komplex. Und falls noch nicht geschehen, bin ich der Meinung, du solltest dich auch ein bisschen in die Thematik seines Krankheitsbildes einlesen. Dann könntest du ihn besser verstehen, glaube ich.



    Ich hoffe, Ihr findet über kurz oder lang eine für Euch beide befriedigende Lösung.

    "The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, but wiser people so full of doubts." (Bertrand Russel)


  • Ich hatte mir die Beipackzettel dieser Medikamente schon damals angesehen und konnte aus keinen herauslesen, dass da Libidoverlust mit drin stand, weshalb ich auch vermute, dass er es nur vorschiebt und daran glaubt, dass es davon kommt. Was bei mir wieder die Alarmglocken für sexuellen Mißbrauch läuten lässt.

    das, was gato schreibt, muss natürlich auf jeden fall berücksichtigt werden - wobei dann von Interesse wäre, seit wann er die Nierenkrankheit hat.


    denn etwas seltsam ist es schon, auf platonischer Basis eine Anzahl Mädels um sich zu scharen, denen alles zu bezahlen - was diese dann ja auch bindet, einen Anreiz bietet, weiterhin dieser Clique anzugehören - und sich damit dann im grunde nach außen den anstrich davon zu geben:

    und wenn ich mich an damals erinnere (wir waren auch oft genug zusammen weg) dachte ich immer, er wäre so der Weiberheld, der nix anbrennen lässt.

    ich würde mal alle genannten Erklärungsansätze im Hinterkopf behalten (vielleicht ist es ja auch eine art Mischung) und in jedem fall den Ansatz von Sunflower verfolgen - so dass ihm auch ganz klar wird: ein kuss, eine Umarmung, etwas kuscheln - bedeutet keinesfalls, dass dann auch sex folgen muss, sondern dass das im grunde zwei von einander unabhängige dinge sind - die zwar aufeinanderfolgen können - aber auf keinen fall müssen.


    etwas überspitzt und scherzhaft formuliert - wenn jeder kuss im auto auf sex hinauslaufen würde, hätten wir einen sehr spannenden Straßenverkehr.... :winking_face:

  • Ich wundere mich ein bisschen, weil....

    Du hast den Mann doch so kennengelernt. Es war bei ihm von Anfang an so. Egal ob geringe Libido, Medikamentennebenwirkung oder Versagensangst - es war alles von Anfang an da. Du hast ihn so wie er ist geheiratet. Wieso meinst du jetzt, so könne es nicht weitergehen?

    Das ist wie Vanilleeis bestellen und sich nach 2 Jahren beschweren, dass es nicht nach Schokolade schmeckt.

    If you want to know what a man's like, take a good look at how he treats his inferiors, not his equals

  • War es das wirklich für ihn oder hat er das nur vorgetäuscht um dich glücklich zu machen?


    Bist du sicher, dass er generell an Sexualität und/oder Frauen Interesse hat? Mir kommt das ein bisschen so vor als ob er vielleicht asexuell ist und einfach kein Interesse an Sex und Zärtlichkeiten hat. Mit den Freundinnen kann man sich dann so erklären, dass er da ungezwungener ist, weil von denen keine Gefahr ausgeht etwas zu tun, was er nicht will. Vor allem, wenn er schon mit 19 keine Lust auf Sex hatte, dann fallen die Medikamente als Grund für seine Unlust ganz klar weg.

    Vor allem, wenn er schon mit 19 keinen Sex wollte, dann fallen die Medikamente als Begründung ganz klar weg.

    Und ich finde es ziemlich mies, was er der TE da vormacht.


    moonlight auf jeden Fall liegt es nicht an dir, daß er nicht will, das solltest du dir wirklich klarmachen!

    Und was diese komischen Komplimente für seine beste Freundin angeht, hast du ihm noch nie gesagt, daß du das verletzend findest, vor allem wenn er dir nie welche macht?

    Ich vermute einfach mal, daß er wirklich asexuell ist, sich das aber nicht eingestehen kann und will. Und daß er anscheinend sehr heftig versucht den Schein nach außen zu wahren, deshalb auch die Küsse in Gegenwart anderer, die Komplimente an die Freundin, und die vielen von ihm freigehaltenen Mädels in seiner Jugend...

    Ehrlich gesagt, ich würde mir dieses unehrliche Verhalten von ihm nicht gefallen lassen...

  • Ich wundere mich ein bisschen, weil....

    Du hast den Mann doch so kennengelernt. Es war bei ihm von Anfang an so. Egal ob geringe Libido, Medikamentennebenwirkung oder Versagensangst - es war alles von Anfang an da. Du hast ihn so wie er ist geheiratet. Wieso meinst du jetzt, so könne es nicht weitergehen?

    Das ist wie Vanilleeis bestellen und sich nach 2 Jahren beschweren, dass es nicht nach Schokolade schmeckt.

    na, ja. sie hat ihn früher gekannt, ihn aber so eingeschätzt:

    (...) Wenn man ihn so sieht und wenn ich mich an damals erinnere (wir waren auch oft genug zusammen weg) dachte ich immer, er wäre so der Weiberheld, der nix anbrennen lässt.

    dann kamen später, nach dem sich näher kennenlernen und verlieben, die weiteren informationen inklusive der Erklärung "Nierenmedikamente".

    ich denke, die TE hat das einfach, dem ganzen entsprechend, anders/falsch eingeschätzt bzw. zusammengefügt.

  • das war jetzt aber viel Text.


    Ich als Depressionsgeplagter kenne mich mit Erektionsstörungen leider aus.


    1. Entweder die Depression sorgt für Flaute oder 2. die Medikamente geben mir den Rest


    Das war für meine Partnerinnen schon immer großes Thema in der Beziehung. 2 gingen in die Brüche, weil: zu wenig Sex.


    Es ist unheimlich schwer, seiner Partnerin gerecht zu werden, wenn etwas grundlegendes nicht stimmt.


    Was mich wundert ist, dass dein Partner kein Leidensdruck hat. Wenn er ein Problembewusstsein entwickelt, kann er auch was ändern, ansonsten kaum.


    Ihr könntet mal eine Paarberatung bei Pro Familia in Anspruch nehmen. Ich war selbst wegen den besagten Erektionsproblemen bei denen und war sehr zufrieden mit der Beratung.


    Ansonsten sehe ich für dich mit 44 auch keinen Grund auf Sex zu verzichten.


    Ich hoffe ihr findet eine gemeinsame Lösung

    Möge die Macht mit dir sein :four_leaf_clover:

  • Ich würde auf die Spekulationen bzgl. "kein Interesse an Frauen" etc. wirklich erstmal bleiben lassen...

    Liegt aber doch nah. Also, jetzt nicht in dem Sinne, daß er schwul sein könnte, aber asexuell könnte er sein, da spricht eiges dafür.

    Was die Medikamente angeht, die die TE erwähnt hat, das sind nun wirklich keine Sexkiller.

    Als ich meinen letztes Jahr verstorbenen Freund kennengelernt habe, wurde bei ihm wenig später ein Prostata-Tumor festgestellt, zum Glück noch im frühen Stadium.

    Eine Operation brauchte er also nicht unbedingt. Statt dessen hat man es erstmal mit Bestrahlung und Testosteron blockierenden Medikamenten versucht, was auch gut geklappt hat, der Tumor kam nicht wieder...

    Natürlich war er durch die Blocker sexuell etwas eingeschränkt, manchmal "konnte" er dann auch nicht, aber die Lust und das Verlangen war trotzdem da!


    Deshalb finde ich es hier ziemlich unverständlich, wie wenig ehrlich die TE und ihr Mann miteinander umgehen.

    Sie will ihn schonen und redet nicht über ihre Verzweiflung und ihr Gefühl "nicht attraktiv genug" zu sein, und er schiebt alle seine Probleme auf die Medikamente.

    Und dann will er die eigene Frau noch nichtmal küssen, außer jemand ist dabei? Wie erniedrigend ist das denn?

    Also, ich wäre schon weg, und zwar nicht wegen dem fehlenden Sex, sondern vor allem wegen seinem Verhalten und seinem Umgang damit.

  • Guten Abend zusammen...


    Und nochmals vielen Dank für eure ehrlichen Meinungen.

    Nach der ganzen Zeit ziehe ich alles in Erwägung.

    Als wir uns dann "näher" kamen, ging das allerdings von ihm aus und für mich war es schwierig den Schalter von "wir sind Freunde", auf "es könnte sich jetzte eine Beziehung entwickeln" umzulegen. Ich brauchte da schon ein bisschen Zeit. Er war der Initiator, er war derjenige der den Stein ins Rollen gebracht hat. Anfangs dachte ich, dass es vielleicht daran liegt, dass wir uns schon so lange kannten, dann kam die Geschichte hinzu, dass er die Krankheit hat und ich erstmal lernen musste, damit umzugehen. Mir war auch sofort bewusst, dass das ein sehr sensibles Thema ist und er das nicht gerne bespricht. Ich war (und bin) mit ihm sehr glücklich, er ist ein super lieber Mensch und mir fehlt es an nichts (außer der Thematik). Ich möchte diesen Mann niemals verlieren und ich weiß, dass es umgekehrt genauso ist. So verginge die Zeit. Ich dachte immer, "nächstes Wochenende" da reden wir mal, dann passte es nicht, ich wollte die Harmonie nicht stören und verschob es wieder und wieder. So vergingen Monate. Natürlich habe ich ihn angesprochen, nicht unbedingt direkt auf den Sex - sondern eben dass mir die körperliche Nähe so fehlt, dass sich das alles komisch anfühlt. Dann funktioniert es auch wieder 1 - 2, manchmal 3 Tage und dann ist es wieder so. Ihm ist das durchaus bewusst, dass er so ist. Ihm ist Vieles bewusst, auch dass er diese Krankheit hat, die jederzeit umschlagen kann und er zur Dialyse muss, oder eine Organspende braucht.... Das Thema ist für mich - um ehrlich zu sein, verständlicherweise um Welten schlimmer :loudly_crying_face: :loudly_crying_face: :loudly_crying_face: Und hier bin auch ICH diejenige, die versucht hat mit ihm darüber zu reden, aber natürlich wird das totgeschwiegen. Er hat um sich eine Mauer aufgebaut, die er schon immer hat und lebt in seiner selbst erschaffenen Traumwelt in der alles ok ist. Da bröckelt es dann natürlich, wenn ich auch nur ansatzweise dieses Thema anfange, denn mit dem "fehlenden Sex" wird er indirekt mit seiner Krankheit konfrontiert und somit auch an seine "Sterblichkeit" erinnert, das mich natürlich ebenso verängstigt wie ihn. Nur assoziiere ich nicht "kuscheln" = "Tot", was er aber vermutlich so sieht. Ich hoffe ihr könnt dem ganzen folgen.


    gato

    Ich glaube nicht, dass er es vorgestäuscht hat, dafür war das zu intensiv und ich schätze die Situation auf jeden Fall so ein, dass er auch Spaß hatte.
    Asexuell, könnte natürlich sein, das hatte ich auch schon überlegt. Das kann ich nicht verneinen, allerdings sprechen eben auch ein paar Dinge sehr dagegen.


    Myrmidone

    Ja, das ist mir auch bekannt, dass durch diese Erkrankung ein eingeschränkter Libido möglich ist. Er ist im letzten Stadium vor der Dialyse. War auch schon beim Arztgespräch dabei. Der Arzt meinte, es könnte noch Jahre gut gehen, kann aber auch schnell umschlagen. Er hat nur 1 Niere (wurde damit geboren) und leidet an chronischer Niereninsuffienz. Seinen aktuellen GFR-Wert weiß ich jetzt leider nicht, aber er geht regelmäßig zur Kontrolle. Ich sag ja, dass das Thema auf jeden Fall mitunter der Hauptgrund der Thematik ist. Ich möchte auf jeden Fall nochmal betonen, dass mir die Gesundheit meines Mannes an 1. Stelle steht, ich mir aber für ihn wünschen würde, mehr Lebensqualität zu bekommen. Natürlich leide ich enorm unter der Situation. Genauso schrecklich ist für mich der Gedanke, dass das alles sich verschlimmern könnte oder wird. Gleichzeitig lebt man zusammen, liebt - und ich als Partnerin unterstütze ihn in allem. Ich mache alles was ich kann. Gerade wenn es um dieses Thema geht, komm ich mir eigentlich doof vor mich darüber zu beschweren, dass er mir körperlich nicht nahe kommen will, da diese Krankheit bei weitem schwerer wiegt, als mein Mimimi.... Aber trotzdem tut es mir weh.... :sad_but_relieved_face:


    going

    Von Geburt an, allerdings erfuhr er davon erst mit 17 bei einer Untersuchung.

    Ja, seine Mädelsclique, da fühlte er sich wohl "männlich" und umscharrt von seinen Hühnern :winking_face_with_tongue: so sehe ich das im Nachhinein. Und das er nicht alleine war. Was mich damals auch super gekränkt hatte, war als er mir sagte, dass wenn er mit den Damen unterwegs ist, wird (in der Disco oder halt beim Weggehen) immer gekuschelt. Das muss sein! Und er versteht auch deren Männer bzw. Partner überhaupt nicht, die das nämlich alles andere als toll fanden, dass er mit denen rum geschmust hat (was mir ja genauso geht). Er hat sich sozusagen seine Zärtlichkeiten dadurch geholt, während ich mir solche Stories anhören durfte und diese Zuwendung nicht bekomme.


    etwas überspitzt und scherzhaft formuliert - wenn jeder kuss im auto auf sex hinauslaufen würde, hätten wir einen sehr spannenden Straßenverkehr.... :winking_face:

    Da hast du natürlich absolut Recht, aber das ist anscheinend seine Vorstellung :zany_face:


    Dorfnixe

    Prinzipiell hast du schon Recht mit deiner Kritik an mich, jedoch - wie ich schon erklärt habe - liebt man den Menschen ja und die Situation hat sich so entwickelt. Jetzt nachdem so viel Zeit vergangen ist und es in letzter Zeit wieder schlimmer wurde, wünsche ich mir eben eine Änderung und ich verlange ja nichts aussergewöhnliches.


    Aedgiva


    Vielen Dank für deinen Beitrag.

    Nun, mit 19 hat er anscheinend die Medikamente schon genommen, zumindest einen Teil davon oder andere, die den Prozess verlangsamen sollten (wurde mit 17 diagnostiziert),

    Selbstverständlich habe ich es dann irgendwann gesagt. Es war ja schon gruselig als ich damals zu ihm nach Hause kam. Sie hing überall an der Wand (nicht nur die besagte Freundin auch die anderen, aber vorwiegend sie). Sein Handyhintergrund, sein Laptophintergrundbild, Damals war ich so sauer, heute sehe ich das etwas gelassener und denke mir, dass er damit seine Männlichkeit kompensiert hat. Er gestand es sich dann auch ein und gab mir Recht mit ihr sehr übertrieben zu haben. Im Grunde hat er sich selbst abgelenkt und seine Einsamkeit mit seiner Clique überspielt.

    Ja, ich empfinde das alles auch sehr erniedrigend, auch wenn wir irgendwo sind, das er da auch mal sehr offensiv ist und danach komm ich mir vor wie eine heiße Kartoffel, die fallen gelassen wird.


    Richtig, das Ganze hat sich entwickelt. Ich hätte am Anfang nicht damit gerechnet. Es war einfach ein langsamer Entwicklungsprozess in den ich hinein gerutscht bin. Und gerade in den letzten Monaten leide ich eben sehr darunter.


    DarthVader

    Vielen Dank für deine Offenheit. Tut mir sehr leid, dass du das auch durchmachen musst. Ich glaube dir dass das sehr schwer ist, seinen Partnerinnen gerecht zu werden. Ich persönlich traue mich kaum ihn direkt anzusprechen, wie das so ist. Ich weiß dass es nicht funktioniert, aber ich weiß nicht wie es für ihn ist oder er es erlebt. Ich möchte ihn da auch nicht bloßstellen, obwohl ich es als seine Frau eigentlich dürfte, das Recht dazu hätte, da Genaueres zu erfahren. Eine Beratung bei Pro Familia hatte ich auch schon in Gedanken. Nur - da muß er natürlich auch mitspielen. Vielleicht würde er das tun, aber das gibt erstmal wieder Diskussion, denn dann muss er sich, wie du sagst, mit der Thematik ausseinander setzen.


    Aedgiva

    Deshalb finde ich es hier ziemlich unverständlich, wie wenig ehrlich die TE und ihr Mann miteinander umgehen.

    Sie will ihn schonen und redet nicht über ihre Verzweiflung und ihr Gefühl "nicht attraktiv genug" zu sein, und er schiebt alle seine Probleme auf die Medikamente.

    Und dann will er die eigene Frau noch nichtmal küssen, außer jemand ist dabei? Wie erniedrigend ist das denn?

    Also, ich wäre schon weg, und zwar nicht wegen dem fehlenden Sex, sondern vor allem wegen seinem Verhalten und seinem Umgang damit.

    Ich gebe dir auf jeden Fall in allem Recht! Es ist erniedrigend, sehr Vieles. Und dennoch ist die andere Seite der Metallie eben, das wir uns super verstehen. Alles passt, nur eben diese eine Sache die ja essenziell Wichtigste! Auch ich habe Ängste, ihn damit irgendwie zu verlieren, wenn ich ihn damit zuviel belaste.


    Für mich hat sich nach all der Zeit eben die Frage ergeben: WAS ist der Auslöser, was kann ich aktiv machen, damit er aus seinem Schneckenhaus heraus kommt. Es gab ja schon einige Situationen, in denen er z.B. auch etwas angetrunken war und mir dann offenherzig Dinge erzählt hat, die darauf schließen, dass er schon gerne wollte, wenn er könnte, dass er gehemmt und verklemmt ist, mag es nun die Furcht vor der Krankheit sein, oder ein sexueller Missbrauch, oder die Macht der Gewohnheit, Asexuelität usw. Was ich vielleicht noch sagen muss, dass er in seiner Kindheit von seiner Mutter geschlagen wurde, bzw er rückt da nicht so ganz mit raus. Wie immer, musste ich ihn Vieles aus der Nase ziehen. Z.b. war es üblich, dass er sich als Kind gerne eine Kinderserie oder einen Film ansehen wollte und dies nur durfte, wenn sie ihn ordentlich den Hintern vorher versohlen durfte. Als Belohnung durfte er dann TV sehen. Ich finde das mehr als Fragwürdig und glaube dass da noch mehr war.... :face_screaming_in_fear:

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!