plötzlich sensibel?

  • Seit ein paar Monaten könnte ich bei allen traurigen oder bewegenden Szenen (egal ob im Film oder wahren Leben) losweinen.

    Früher berührte mich sowas nicht. Was kann sowas von heute auf morgen auslösen und wie kann ich das abstellen?

  • Keine Ahnung, warum es so ist. Aber wieso möchtest Du es abstellen?

    Bejahe den Tag, wie er dir geschenkt wird, statt dich am Unwiederbringlichen zu stoßen. (A. de Saint-Exupéry)

    Mein Avatar zeigt Kunststofffolie unter dem Mikroskop im polarisierten Licht.

  • Eine mögliche Ursache könnte sein, dass Du im Laufe des Lebens neue Erfahrungen gesammelt hast, die Du jetzt anders bewertest als früher. Das kann sich dann so zeigen wie bei dir.

    Manche Charaktereigenschaften bilden sich auch erst im Laufe der Jahre heraus.


    Wenn man etwas als realistisch ansieht und man sich einfühlen kann, dann kann man sich damit identifizieren und dann ist es möglich mal mitzuweinen.


    Gewinnt man neue Ansichten, wie nicht realistisch, überzogen . .. dann kann sich das auch wieder verändern.


    Wenn das jetzt bei Dir so ist, dann ist das nichts Ungewöhnliches, würde ich mal meinen, wenn Du nicht bei jedem Sonnenauf- und Untergang in Tränen ausbrichst, wie in dem Film Teuflisch mit Brendon Fraser. :grinning_face:

  • Ich hatte das bei meinem Vater beobachtet,dass er als er älter wurde schnell sehr gerührt war und ihm schnell die Tränen in die Augen kamen , was ihm sichtbar unangenehm war , da er eigentlich ein voller ,sehr männlicher Mann war.

    Ich auch. Im hohen Alter hatte meine Vater mehrere schwere Erkrankungen hinter sich (u.a. mehrere Schlaganfälle). Mimte er früher stets den knallharten, coolen Mann, der vermeintlich alles im Griff hatte, wurde er im Alter "weich" (stellten auch alle Verwandten fest), dem auch öfters mal die Tränen runterliefen. Mein Vater war mir in diesen Situationen endlich mal richtig sympathisch, nämlich ehrlich.

    Bejahe den Tag, wie er dir geschenkt wird, statt dich am Unwiederbringlichen zu stoßen. (A. de Saint-Exupéry)

    Mein Avatar zeigt Kunststofffolie unter dem Mikroskop im polarisierten Licht.

  • Ich hab schon vor 20 Jahren bei "Der Elefantenmensch" geheult. Das zeigt nur, wie gut der Film jemanden bei den Emotionen packen kann. Du bist ja ein Mensch und kein Eisklotz. Andere Emotionen werden ja (hoffentlich) genauso gut funktionieren.


    Bei weinenden Männern muss ich immer an die Familie Leiber aus Ninja Warrior Germany denken. Das sind für mich die Mega-Prototypen der weinenden Männer. So schlimm wird es bei dir sicher nicht sein. Du bist einfach (vermutlich aufgrund zunehmender Lebenserfahrung und vielleicht auch frühen hormonellen Veränderungen) empathischer geworden. Nichts Schlimmes.


    Wenn dich das bei Filmen nervt, hast du das ja selbst im Griff. Guck einfach keine traurigen oder romantischen Filme. :winking_face:

  • Wie alt bist du denn? Ich habe den Eindruck, dass sich altersbedingt die Hormonlage und das allgemeine Empfinden verändert. Also den harten Hund steht mann wohl nur mit Gewalt bis zum Ende seiner Tage durch. Bei mir feuchtelt es auch immer mehr und öfter bei Filmen und Dingen, die ich früher nie als weinenswert empfunden habe. Selbst bei Filmen, die ich schon drei mal gesehen habe, kommen mir jetzt an Stellen die Tränen, wo ich nie vermutet hätte. Richtig schlimm. Ich freu mich aber über meine Gefühle.

  • Ich bin 38 und war früher nicht kalt aber jetzt brauch ich nur ein kurzes, berührendes Video sehen und ich hab Pipi in den Augen. Früher dachte ich mir z.B. "okay, ein Hund der um sein Herrchen trauert. Der arme Hund." und jetzt heul ich voll mit. Oder bei US Filmen, in denen es ein Militärbegräbnis gibt und die Flagge vom Sarg genommen und der Frau oder dem Kind gegeben wird. Früher dachte ich mir sowas wie "traurig aber der Soldat und die Familie kannten die Risiken" und jetzt beutelt es mich richtig.

    Am besten ich schau nur mehr Horrfilme :D:(:

  • Ich habe mich auch mit der Vaterschaft gefühlsmäßig verändert. Jetzt gehen mir tragische Familienszenen in Filmen /Serien/Büchern viel viel näher als vorher. Man hat halt einen anderen Bezug dazu.


    Vielleicht gibt es bei dir auch neue Erfahrungen, die deine passive Sichtweise auf emotionale Szenen beeinflusst hat.


    Horch halt mal in dich hinein, was da konkret diese Gefühle auslöst.

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!