Vom Burnout zum Boreout

  • Hallo zusammen,


    ich bin hier nicht so aktiv, eher stille Mitleserin. Nun habe ich aber ein Thema, was mich sehr beschäftigt und erhoffe mir ein paar Ratschläge und Tipps von euch, wie ich damit am Besten umgehen kann. Ich kann langsam nicht mehr :pleading_face:


    Ich habe meine jetzige Arbeit seit ca. 2,5 Jahren. Erst über Zeitarbeit und seit etwas über einem Jahr nun in Direktanstellung. Die Arbeit hat mir immer sehr viel Freude gemacht, geiles Team, geile Produkte, Homeoffice ohne Einschränkungen (also es gibt keine Vorgaben, wann und wie oft HO gemacht werden muss, können wir uns also selbst einteilen), etwas weniger als 40 Std., sehr abwechslungsreiche Aufgaben etc. Ich habe mich von Anfang an sehr wohl gefühlt, meine Arbeitskraft wurde gebraucht, die Aufgaben sowie das Klima entsprach meinen Eigenschaften und Fähigkeiten. Ich war rundum zufrieden und glücklich. Die Firma hatte auch alles daran gesetzt, trotz nicht so toller Auftragslage Anfang letzten Jahres, mich einstellen zu dürfen.

    Vor etwa 2 Jahren fanden nun einige interne "Umstrukturierungen" statt, was mir Arbeit für fast 2 Leute bescherte. Ich habe ab da die meiste Zeit kurz vorm Burnout geschuftet, Mails kamen im Sekundentakt, viele Anrufe am Tag, viel zu klären. Das hat mir nicht nur einmal einen Nervenzusammenbruch eingebracht. Ich blödi habe aber natürlich weiter gemacht, die meiste Zeit hat es mir wirklich Spaß gemacht. Ich fühlte mich gebraucht. Ich hatte auch mehrere Gespräche mit meinem Vorgesetzten, da es einfach zu viel war und sich nicht besserte.

    Dann war ich geplant fast den ganzen Oktober krank geschrieben. Ein größere Aufgabenbereich blieb in Absprache mit meinem Vorgesetzten erst einmal bei meiner Vertretung. Im November wurde dann eine neue Kollegin eingestellt zur Unterstützung. Diese hat nun den stressigsten Bereich übernommen. Ich hatte also wieder Kapazitäten für den größeren Bereich, den ich sehr gerne gemacht hatte und auf dessen Wieder-Zurücknahme ich mich schon gefreut hatte. Im Februar fand ein Meeting statt mit neuer Aufgabenverteilung im Team. Ich habe nun nur noch einen kleinen Aufgabenbereich und so kleine Sachen, die evtl. immer mal anfallen könnten. Teils Sachen, die nur 1 Mal im Jahr kommen, wenn überhaupt. Dieser Bereich war mal durch interne Prozessänderungen recht umfangreich, hat sich aber schon länger ganz gut eingependelt, so, dass da viel Arbeit nicht mehr gemacht werden muss. Vermutlich war mein Vorgesetzter weiter auf einem alten Stand und dachte, damit wäre ich gut ausgelastet.

    Ich habe schon mehrmals das Gespräch gesucht, Kollegen gesagt, dass sie mir gerne auch was abgeben können. Dann habe ich mal kurz zu tun und das war es dann auch schon. Es ist auch nicht mein Ziel, ständig um Arbeit zu betteln. Beim letzten Gespräch mit meinem Chef hat er angebracht, dass ich zur Zeit eher negativ eingestellt bin und er auch nicht glücklich in so einer Situation wäre. Er konnte mir auch nicht sagen, wie es weiter geht und gab mir den Rat, mich intern auf eine ähnliche Stelle zu bewerben bzw. die Kollegen, die von unserer Abteilung dorthin gewechselt sind, mal zu fragen, wie es da so ist. Das möchte ich aber nicht, ich fühle mich einfach irgendwie "abgeschoben". Die neue und eine andere Kollegin bekommen die Aufgaben, die ich eigentlich nach der neuen Aufteilung bekommen sollte. Irgendwie passt es vorne und hinten nicht mehr. Ich habe auch das Gefühl, dass es von meinem Chef irgendwie nicht so richtig ernst genommen wird.

    Ich suche bereits nach einer neuen Stelle, will aber logischerweise nicht vom Regen in die Traufe kommen und das erstbeste Angebot annehmen. Ich weiß langsam nicht mehr, wie ich das Thema erneut ansprechen soll, was ich machen soll, ob der Betriebsrat da was machen kann und wie es überhaupt weitergehen soll. Ich weiß ja nichtmal, wie ich diese Woche rumkriegen soll.

    Vielleicht könnt ihr mir beim Gedankensortieren helfen und ward schonmal in einer ähnlichen Situation und könnt mir euren Weg daraus mitteilen.

    Danke fürs Lesen.

    gab mir den Rat, mich intern auf eine ähnliche Stelle zu bewerben bzw. die Kollegen, die von unserer Abteilung dorthin gewechselt sind, mal zu fragen, wie es da so ist. Das möchte ich aber nicht, ich fühle mich einfach irgendwie "abgeschoben".

    Wieso möchtest du das nicht? Fragen schadet doch nichts und du willst dich letztlich ja sowieso wegbewerben.

  • Wieso möchtest du das nicht? Fragen schadet doch nichts und du willst dich letztlich ja sowieso wegbewerben.

    Weil ich mich da so "Weggeschoben auf Abruf" fühle :woozy_face: Das ist so aufgezwungen, weil man sich dann (aus meiner Sicht natürlich) nicht weiter mit dem Problem befassen muss. Man wechselt doch intern, weil man es selber will und nicht, weil man indirekt muss :thinking_face:

    Wieso möchtest du das nicht? Fragen schadet doch nichts und du willst dich letztlich ja sowieso wegbewerben.

    Weil ich mich da so "Weggeschoben auf Abruf" fühle :woozy_face: Das ist so aufgezwungen, weil man sich dann (aus meiner Sicht natürlich) nicht weiter mit dem Problem befassen muss. Man wechselt doch intern, weil man es selber will und nicht, weil man indirekt muss :thinking_face:

    Sehe ich anders. In großen Firmen ist es doch leicht möglich, dass es einem in der einen Abteilung gefällt und in einer anderen nicht. Hängt ab von den Aufgaben, den Kollegen, dem Chef … Und ja, dein jetziger Chef schätzt dich offenbar nicht und du musst dich deswegen doch bereits wegbewerben. Es kommt doch nicht darauf an ob er sich mit dem Problem weiter befassen muss, sondern darauf, dass du dich nicht mehr damit befassen musst, weil du eine (Zwischen) Lösung gefunden hast.

  • Man wechselt doch intern, weil man es selber will und nicht, weil man indirekt muss :thinking_face:

    Bei meinem Arbeitgeber wurde vor ein paar Jahren auch was umstrukturiert, wodurch ein paar Kolleginnen „übrig“ waren.

    Es wurde lange vorher angekündigt, dadurch hatten die Kolleginnen Zeit, sich intern andere Stellen zu suchen. Alle sind heute noch im Haus.

  • Ich denke, du hast shon alles gemacht, was du konntest. Gibt es irgendwelche Anhaltspunkte, dass sich in absehbarer Zeit etwas ändert, z.B. eine neue Umstrukturierung? Falls nein, würde ich mich an deiner Stelle auch nach einem anderen Job umsehen, ob jetzt intern oder extern. Ich finde es übrigens auch ziemlich respektlos von deinem Chef dein Anliegen so zu ignorieren.

    Würde mir mit der Stellensuche aber wirklich genug Zeit nehmen, etwas passendes zu finden.

    Gibt es für die Zeit dazwischen irgendeine Weiterbildung oder ähnliches, die du während der Arbeitszeit machen könntest? Um die Zeit zu nutzen, in der du sowieso da sitzen musst aber nichts zu tun hast.

  • Er konnte mir auch nicht sagen, wie es weiter geht und gab mir den Rat, mich intern auf eine ähnliche Stelle zu bewerben bzw. die Kollegen, die von unserer Abteilung dorthin gewechselt sind, mal zu fragen, wie es da so ist. Das möchte ich aber nicht, ich fühle mich einfach irgendwie "abgeschoben".


    hmmm... woher kommt dieses gefühl des "abgeschoben werdens"? für mich klingt das nämlich eher so, als ob er sich gedanken gemacht hätte, welche optionen es für dich geben könnte?

    Augen auf bei der Berufswahl!

Participate now!

Don’t have an account yet? Register yourself now and be a part of our community!