Bitte um Auskunft zu meinen Blutwerten

  • Hallo,

    ich bin neu, habe aber gleich eine große Bitte.


    Vorgeschichte: habe mich in letzter Zeit nicht wohl gefühlt (Schwindel/Schwitzen/Unwohlsein) und war daher bei einem Hausarzt.

    Blutbild ergab einerseits einen grippalen Infekt (behandelt mit Azithromycin 3 Tage) und ein anämisches Blutbild


    Da ich das erste mal bei diesem Arzt war (mein alter Hausarzt ist leider in Pension gegangen) und ich noch keinen wirklichen Draht zu diesem neuen Arzt aufbauen kann, bitte ich euch um Meinungen zum meinen Werten bezüglich Anämie:


    Hämatologie

    Erythrozyten  3,99 (4,35-6,14)

    Hämoglobin 11,0 (14 - 18)

    Hämatokrit 0,333 (0,39 - 0,49)

    MCH 27,6 (26 - 33)

    MCV 83,5 (78 - 98)

    MCHC 33,0 (31,5 - 36,0)

    Leukozyten 5220 (3900 - 10200)


    Allgemein liest man ja, dass die meisten Fälle von Anämie mit Eisenmangel, Folsäuremangel, Vitamin B12 Mangel zu tun haben. Aus diesem Grund erhalte ich am Montag ein erweitertes Blutbild, das diese Frage abklärt.


    Der Arzt hat aber auch gemeint, dass die Anämie vom Darm kommen könnte; Probleme in diesem Bereich habe ich aber überhaupt keine. Habe auch gelesen, dass Anämie bei Darmkrebs v.a. im fortgeschrittenen Stadium vorkommen soll.


    Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich an einer Angststörung leide und jetzt natürlich vollkommen am Ende bin. Drei Tage warten auf einen Blutbefund, der hoffentlich ergibt, dass ich (wie angeblich die meisten Anämiepatienten) an einem Mangel leide, gleichzeitig panische Angst, dass es keine Anämie wegen irgendeines Mangels ist, sondern schwerwiegende Gründe hat.



    Vielleich kann mir irgendjemand helfen und meine Werte beurteilen (der Arzt war leider nicht sehr gesprächig)

    Danke im voraus

  • ERGÄNZUNG:


    Ich habe gerade auf mehreren seriösen Seiten entdeckt, dass bei einem Hämoglobinwert 11 von einer leichte Anämie Grad 1 gesprochen wird.

    Beruhigt mich ein wenig.


    Wahrscheinlich muss ich mich auch nach einem anderen Arzt umsehen. Im Gegensatz zu meinem alten Hausarzt (war über 35 Jahre Patient bei ihm) , fehlt mir zu diesem Arzt einfach das Vertrauen.

  • Einen Mangel an Folsäure oder Vitamin B12 halte ich als (alleinige) Ursache Deiner Anämie für ziemlich unwahrscheinlich. Dann wäre nämlich das MCV erhöht, oft auch MCH. Diese beiden Werte sind bei Dir aber relativ niedrig.


    MCV ist die durchschnittliche Größe der roten Blutkörperchen.


    Zur Diagnose eines Eisenmangels ist vor allem der Ferritin-Wert wichtig. Dieser kann aber durch Entzündungen (irgendwo im Körper) verfälscht werden, deshalb sollte zusätzlich auch das CRP im Blut gemessen werden.

  • Hallo,

    bin männlich und 49 Jahre.


    Cpr Wert ist leicht erhöht. Sollwert bis 5, mein cpr liegt bei 11,4


    Muss ich mir ernsthafte Sorgen machen?

  • Habe auch gelesen, dass Anämie bei Darmkrebs v.a. im fortgeschrittenen Stadium vorkommen soll.

    Kann auch bei anderen Arten von Krebs auftreten, sogenannte "Tumoranämie".


    Was Darmkrebs angeht: Wenn man sicher sein will, diesen nicht zu haben, ist eine Darmspiegelung unumgänglich... (hattest Du schon mal eine?)


    Ab wann Sie zur Darmkrebs-Vorsorge gehen sollten
    Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung. Mehr als 60.000 Menschen erhalten jedes Jahr in Deutschland diese Diagnose. Früh erkannt ist Darmkrebs jedoch…
    www.ndr.de


    (Ich schreibe das, da Du das Thema Krebs selber erwähnt hast. Sonst hätte ich es wegen Deiner Angststörung eher nicht geschrieben. Ich wünsche Dir jedenfalls, daß Du keine schwere Krankheit hast!)

  • Vor vielen Jahren ein darmröntgen.


    Werde auf Grund meiner Angststörung jetzt lieber Schluss machen, sonst drehe ich noch durch

  • Bei Dir ist das Haemoglobin > roter Blutfarbstoff und die Erythrozyten > rote Blutkörperchen zu niedrig.

    Das weist auf eine Anämie hin.


    Vor allem bedarf es zur genauen Diagnostik weiterer Laborparameter > Retikulozyten, C - reaktives Protein > ein wichtiger Entzündungswert und eine Kontrolle des Differentialblutbilds.

    Zusätzlich sollte auf jeden Fall das Ferritin > Eisenspeicher gecheckt werden.

    Ist der Ferritinspiegel zu niedrig, therapiert man in der Regel mit einer oralen Eisensubstition, wie z.b. Ferro Sanol Duodenal Kapseln. In sehr schweren Fällen kann man das Eisen auch direkt infundieren.

    Für die Zellteilung sind Vitamin B 12 und Folsäure relevant.

    Steht dem Körper nicht genügend Vitamin B12 und Folsäure zur Verfügung, kann dieser nicht genügend Erythrozyten > rote Blutkörperchen bilden. Es entsteht eine makrozytäre Anämie.

    .

  • Nein, das brauchst Du nicht!

    Normwert C reaktives Protein > bis 5 mg/l oder 0,5 mg/dl.

    Auf Grund dessen ist der CRP Wert nur geringfügig erhöht. Mögliche Gründe wären eine Infektion der Atem/ Harnwege oder Stress.

    Leidest Du eventuell an krankhaften Ängsten?

  • Vor vielen Jahren ein darmröntgen.


    Werde auf Grund meiner Angststörung jetzt lieber Schluss machen, sonst drehe ich noch durch

    Du schreibst ja selbst von einer Angststörung!

    Befindest Du Dich auf Grund dessen in psychotherapeutischer Behandlung?


    Du scheinst vor allem unter Angst vor Krebs zu leiden.

    Eine Tumoranämie kann durch einen bösartigen Tumur > Krebs oder durch die Behandlung von Krebs entstehen. Das nennt man Chemotherapie indizierte Tumoränamie. Du würdest eine Tumoranämie an den entsprechenden Symptomen merken. Die meisten Patienten leiden unter extremer Müdigkeit, verminderter Leistungsfähigkeit, Erschöpfung. Das nennt man Fatigue.

    Jeder verantwortungsbewusste Arzt hätte bei dem kleinsten Verdacht auf ein Kolonkarzinom eine weitere Diagnostik veranlaßt, wie eine Koloskopie.

    Im Rahmen einer Darmspiegelung kann man biopsieren, d.h. es werden Gewebeproben entnommen und an ein histologisches Labor geschickt. Dort werden die Proben untersucht, ob diese gut - oder bösartig sind.


    Steigerst Du Dich eventuell in Deine Ängste hinein? Vor allem solltest Du nicht googeln, falls das zutreffen sollte. Dadurch werden Deine Ängste noch schlimmer.

    Dr. Google ist dafür bekannt Ferndiagnosen zu stellen, ohne Anamnese, den Patienten zu kennen und entsprechender Diagnostik.

  • Ich muss jetzt abwarten, was die erweiterte Blutuntersuchung am Montag ergibt.


    Von einer Darmspiegelung war schon die Rede.

    Meine Angststörung ist schon lange in Behandlung. Trotzdem kämpfe ich immer wieder mit Angstphasen.


    Danke an alle, ich ziehe mich jetzt von hier zurück, da es meine Ängste nur verstärkt, was ich eigentlich wissen hätte müssen

  • Schönen Sonntag,

    je mehr ich lese, desto unruhiger werde ich.


    Könnten meine Blutwerte auch auf irgendeine Leukämievariante hinweisen?

    Ergänzend zu den Blutwerten vom ersten Beitrag

    Thrombozyten 200000 (150000-350000)

    Leukozyten 5220 (3900 - 10200)

    Segmentkernige Neutrophile 75 (45 - 70)

    Lymphozyten % 17 (20 - 44)

    Lymphozyten absolut 900 (1100 - 4500)


    Es geht mir richtig schlecht; weiß natürlich nicht, ob das von meiner Angststörung kommt oder schon Symptome einer schweren Krankheit

  • Habe mir jetzt die gängigsten Leukämievarianten angesehen; keine Variante bietet scheinbar einen Überschneidungsspunkt zu meinen Blutwerten.

  • Thrombozyten 200.000

    Völlig normal, was man ja schon am Referenzbereich sieht. Und hier wäre auch ein etwas zu niedriger Wert, z.B. 120.000, überhaupt kein Problem für den Körper!


    "Mäßig erniedrigte Thrombozytenzahlen werden vom menschlichen Organismus ohne relevante klinische Ausfallserscheinungen toleriert. Erst Werte unter 80.000/µl sind klinisch bedeutsam (...)"

    - Zitatquelle -

     

    Quote

    Segmentkernige Neutrophile 75% (45 - 70)

    Lymphozyten % 17 (20 - 44)

    Lymphozyten absolut 900 (1100 - 4500)

    Habe mir erlaubt, bei den Segmentkernigen neutrophilen Granulozyten das Prozent-Zeichen zu ergänzen. Dein "Differentialblutbild" war also zum Zeitpunkt der Messung so, daß 75% der Leukozyten segmentkernige neutrophile Granulozyten waren und 17% Lymphozyten. Die restlichen 8% verteilen sich auf die anderen "Sorten" (Summe muss immer 100 Prozent sein). Die Abweichungen vom Referenzbereich sind als gering anzusehen, da brauchst Du dir gar keine Gedanken zu machen.


    "Es wird dringend empfohlen, die Absolutzahl für die Beurteilung des Differentialblutbildes zu benutzen, da die prozentualen Angaben irreführend sein können."

    - Zitatquelle -


    Zu den Lymphozyten ("absolut" etwas zu wenige) schreibe ich demnächst noch was, wenn ich die Zeit finde. Einen Grund, an Leukämie zu denken, sehe ich nicht.

  • Wie kommst Du auf Leukämie?

    Ein großes Blutbild besteht aus dem kleinen Blutbild, mit den Werten > Haemoglobin, Erythrozyten, Leukozyten, Thrombozyten, Haematokrit und dem Differentialblutbild. In einem Differentialblutbild werden die Unterarten der Leukozyten analysiert. Befinden sich im Differentialblutbild sogenannte Blasten > unreife Leukozyten, ist das ein deutlicher Hinweis auf Leukämie, da Blasten sich nur im Knochenmark befinden. Zur Sicherung der Diagnose ist eine Knochenmarkuntersuchung notwendig. In dem Befund sind keine!! Blasten angegeben!


    Leukämie ist nicht gleich Leukämie. Diese muß differenziert werden:

    AML > akute, myeloische Leukämie,

    CML > chronische, myeloische Leukämie,

    ACL > akute , lymphatische Leukämie,

    CLL > chronische, lymphatische Leukämie.

  • Hallo,

    danke musicus für die genauen Ausführungen.


    Paradisi

    genau anhand dieser Leukämievarianten habe ich meine Werte verglichen und überhaupt keine kritischen Übereinstimmungen gefunden.

    Aber da schlägt halt die Angststörung durch.


    Aktuelle Situation:

    habe gestern eine Stuhlprobe im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung abgegeben. Wann das Ergebnis kommt, kann der Arzt nicht sagen. Ich soll in einer Woche per SMS nachfragen.

    Für meine Magenprobleme hat er mir Omeprazol 40 mg (1xtäglich) verschrieben.

    Wahrscheinlich sollte ich mich essenstechnisch auch zurückhalten; eine Unsitte habe ich seit einer Woche aufgegeben, ich habe in den letzten ca. 15 Jahren täglich mindestens 2,5 Liiter Cola getrunken. Ist ja für den Magen sicher nicht gut gewesen und soll auch, da es sehr phospatreich ist, die Eisenaufnahme hemmen.


    Jetzt warte ich ab und versuche, das Beste zu hoffen

  • 15 Jahren täglich 2,5 l Coca-Cola kann nicht gesund sein!

    Ob mit Zucker? Gewichtsprobleme, Diabetes?

    Ohne Zucker, die Ersatzzucker in Cola Zero ist auch nicht gerade gesundheitsfördernd.

    Es passt nicht gerade mit deiner Ängste? Wie ernährst du dich sonst so?

  • Meine Ernährung ist eigentlich ausgewogen. Relativ viel Gemüse, wenig Fleisch.

    Normales Körpergewicht (68 kg bei 178cm)

    Noch nie geraucht, so gut wie kein Alkohol.

    Kein Diabetes


    Nur das Trinken von PepsiCola ist meine Schwäche. Mir ist natürlich bewusst, dass das nicht gesund ist

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