Posts by Meshuggle

    Für alle, die sich dafür interessieren: im Podcast von Spektrum der Wissenschaft gab es letzte Woche eine Folge über das Tabuthema Geburtsverletzungen. Vielleicht nicht das schönste Thema, wenn die Geburt unmittelbar bevorsteht, aber es geht auch groß um das Thema "Kaiserschnitt vs. Spontangeburt". Über Erfahrungen von Frauen, wie in ihrem Umfeld mit der Entscheidung umgegangen wurde, wie Ärzte darüber aufklären (oder eben leider nicht). Und am Ende gibt es den flammenden Appell, dass eine Frau frei von Verurteilungen auf Basis von möglichst guten Informationen ihre Entscheidung treffen soll.


    Eine Studie kam z.B. zu dem Schluss, dass Kaiserschnitte ein höheres Risiko für schwere Komplikationen bei der Mutter haben. Dabei wurde aber nicht nach geplanter Sectio und Notfall unterschieden. Rechnet man die raus, die WEGEN einer Komplikation auf Kaiserschnitt umschwenken müssen, hält es sich wieder die Waage. Sehr interessante Erkenntnisse, fand ich.

    Platypus: Ich freue mich für euch, dass ihr scheinbar fruchtvolle professionelle Hilfe für euren Sohn bekommen habt. Gleichzeitig macht es mir aber auch ein bisschen Angst, weil ich ganz viel in dem, was du schreibst, bei unserem Sohn wiedererkenne. Nur alles vielleicht ein Gang niedriger. Es ist so schwierig auseinanderzuhalten, was einfach nur eine Phase ist, die man moderieren und begleiten kann und was ein gestörtes Verhalten, dem man langfristig entgegenwirken sollte.


    Die Probleme mit dem gemeinsamen Schlafen haben wir auch so. Es ist so gut wie unmöglich, dass einer von beiden schläft, wenn man beide zusammen hat. Die Kleine schläft aktuell Vormittag und Nachmittag, der Große Mittag. Legt man sich mit der Kleinen hin, ist der Große so drüber, dass sie auf keinen Fall schlafen kann. Wenn er schlafen soll und gerade wegdämmert und ich mich von der Kleinen wegdrehe, beginnt sie sofort zu mäkeln und zu jammern. Unsere Routine sieht derzeit so aus: wenn ich im Homeoffice bin, mache ich Vormittag Pause, um sie schlafen zu legen. Mittag mache ich Pause um sie zu nehmen, damit der Große mit meiner Frau ins Bett geht. Nachmittag nehme ich sie dann wieder zum Schlafenlegen. Das sind gut 60 Minuten Pause (ausgestempelt), in denen ich mich natürlich kein Stück erhole. Gegessen wird dann schnell ein Brot im Arbeitszimmer nebenher - super ungesund, ich weiß. Wenn ich im Büro bin, fährt meine Frau zu ihren Eltern. Wenn das nicht geht, kann ich zu 100 % sagen, dass weder Baby noch Kind bis abends auch nur eine Sekunde Schlaf bekommen. Heute habe ich Urlaub, da kann ich auch mal mit der Kleinen im Bett liegen bleiben und sie schafft dann auch mehr als 30 Minuten.


    Daenerys: Kann ich auch bestätigen. Meine Frau möchte am liebsten immer, dass wir zu viert rausgehen, damit wir wenigstens manchmal irgendwie sowas wie ein Familienleben haben, wenn wir schon in getrennten Zimmern schlafen. Das verstehe ich auch. Aber ich habe durchweg bessere Erfahrungen damit, wenn ich mit ihm alleine einen Ausflug mache und sie mit dem Mädchen, und nächstes Mal dann wieder umgekehrt. Heulkrämpfe kennen wir zu Genüge. Sie stören ihn sogar selbst. Er versucht dann auch wieder zu lachen oder zu sprechen oder zu spielen, aber immer wieder kommt es hoch wie ein Schluckauf. Am besten funktioniert es, ihn in ein Gespräch zu verwickeln.


    tiramisu01: Das denke ich mir auch oft. Lieber jetzt mal die Küche schmutzig lassen, dafür noch mit dem Laufrad raus, damit er etwas Bewegung hat und besser einschläft. Lieber die Steuer machen, anstatt zu saugen, weil sonst wird das nie etwas. Und dann steht man irgendwann in der Wohnung, alles liegt rum, ist schmutzig, es hat drei Tage nichts Ordentliches zu Essen gegeben, man fühlt sich ungepflegt und denkt sich: hätte ich lieber doch mal anders priorisiert. Irgendwas bleibt immer auf der Strecke. Es ist allerdings sicher doppelt ärgerlich, wenn man ja eigentlich eine Betreuung hätte (Kita etc.), aber das dann nicht funktioniert. Weil man die Zeit ja irgendwie auch fest einplant.


    Dorfnixe: Da gehe ich trotzdem nicht ganz mit. Meine Frau beaufsichtigt beide Kinder jeden Tag während ich arbeite. Sie muss dabei immer für Ordnung sorgen, ermahnen, erziehen. Wenn ich dann an einem Samstagmittag das Kind dazu bringe, Erbsen zu essen, was meine Frau an einem Freitag nicht schafft, kann das auch einfach daran liegen, dass mein Hinwirken sich noch nicht abgenutzt hat. Allerdings wird es schon auch so sein, dass man unbewusst Dinge etwas anders macht, auch wenn die Strategie augenscheinlich die gleiche ist.

    wintersonne: ich glaube, ich würde kein fremdes Kind von der Rutsche wegheben, aber sehe kein großes Problem, wenn andere das machen. Ist ja auch keine Gewalt. Den Arm festhalten, wenn es mein Kind oder mich schlagen will, sehe ich auch nicht als Gewalt.


    tiramisu01: Ok, verstehe. Danke dir fürs Erklären. Natürlich urteile ich da, ohne die genauen Hintergründe zu kennen. Was ich weiß ist: 4jähriges Kind aus schwierigen sozialen Verhältnissen wird unbeaufsichtigt auf den Spielplatz geschickt und terrorisiert dort die anderen Kinder. In dem Fall tut mir das Kind einfach auch leid und diese Sichtweise gebe ich weiter. Weiß nicht, ob das so ein eingeschränktes Weltbild ist, wenn man findet, dass Menschen, die anderen Menschen bewusst Schaden zufügen, nicht sehr viel Freude im Leben haben können. Und dass sie wahrscheinlich gerne anders wären, wenn sie nur könnten. So empfinde ich bei Erwachsenen, vor allem aber bei Kindern. Empathie heißt ja nicht, dass man "Verständnis" für etwas hat oder alles toleriert, sondern, dass man mitfühlt. Es kann und soll nicht jeder Mensch so sein, es braucht einfach unterschiedliche Typen in der Gesellschaft.

    Ja hauen darf bei uns auch keiner , obwohl sie oft übereinander herfallen, oft von der Kleinen ausgehend .


    Ins Kissen boxen tun sie nie , hast du ihm das gesagt oder tut er das aus eigenem Antrieb heraus.


    Und ich habe ihm ja auch nicht gesagt , wehre dich , haue das freche Mädchen. Würde ich nie machen , wiederspricht ja der sonstigen Erziehung. Aber hätte er es getan , hätte ich es verstanden und ihn auch nicht kritisiert.

    Ich glaube, deine Kinder sind ein gutes Stück älter. Keine Ahnung, wie sich das mal bei uns entwickelt. Vielleicht denke ich ja in ein paar Jahren auch ganz anders.


    Wir haben ihm das Wutkissen beigebracht. Er ist gefühlsstark und findet oft kein Ventile für seine Emotionen, egal ob Freude oder Wut. Weiß nicht mehr genau, wo ich den Tipp her habe, aber es gibt zu dem Thema viele Seiten, z.B. hier.


    Ob und wie ich darauf reagiere, wenn er sich wehrt, ist wirklich stark situationsabhängig. Da kann es keine allgemeingültige Regel geben, schätze ich. Ich habe ja auch nie gesagt, dass ich meinem Kind verbiete, sich zu wehren, wenn es angegangen wird. Die Frage war, wie die außenstehenden Eltern darauf reagieren sollten, wenn sich das unbeaufsichtigte Kind aufführt und dazu habe ich eben die klare Haltung: wenn nur noch Gewalt gegen dieses Kind helfen sollte, entziehe ich mein Kind und mich lieber der Situation, anstatt es festzuhalten, anzuschreien, "über den Spielplatz zu werfen" und andere Dinge, die ich hier gelesen habe und persönlich eben nicht richtig finde.

    Bei Geschwistern sieht man das auch oft . Sie nehmen die Taten des anderen kleinen Kindes und sagen sich nie , ach ist ja zwei Jahre jünger. Klar helfen sie auch mal dem kleineren Kind ,aber die Tolleranzschwelle für störendes Verhalten des kleineren Kindes ist meist nicht so groß . Weil er sich eben nicht intellektuell erklären kann , ist kleiner,hat eine andere Entwicklungsstufe als ich.

    Ja, das erleben wir auch ganz viel. Ich bin froh, dass die Kleine für sich einsteht. Der Große nimmt ihr gerne Spielzeug weg und sie kann noch nicht sprechen, aber lässt dann halt einen Brüller los. Hilft nicht immer, aber manchmal ist ihm das dann zu blöd und er gibt es ihr zurück. Wenn wir nicht aufpassen, kann es aber schon passieren, dass sie ihn zwickt oder dass sie wegen ihrer Grobmotorik ihm etwas an den Kopf haut. Dann muss ich trotzdem verhindern, dass er zurückschlägt. Und erkläre dazu "sie macht das nicht mit Absicht, sie ist einfach noch so klein und kann nicht richtig spielen". Mein Großer ist noch nicht mal drei und versteht das bereits. Er darf sich das zurückholen, was sie sich stibitzt, aber er darf sie nicht hauen. Stattdessen geht er dann oft zum Sofa und boxt ins Kissen.


    Glaubst du ,dass das einem Kind so klar ist . Würde ein Kind doch nie benennen können...das läuft doch im Unterbewusstsein ab,

    Klar, wenn ich frage "wieso hast du das gemacht?" würde er nicht antworten "damit ich Aufmerksamkeit bekomme!". Aber wenn ich ihm sage "weißt du noch, als du heute Morgen den Turm von der Kleinen umgeworfen hast, weil du sauer warst, dass Papa mit ihr spielt statt mit dir? Das Mädchen am Spielplatz war auch sauer, weil ihr Papa nicht mit ihr spielt". Ist sehr vereinfacht, aber geht in die Richtung, in die ich seine Denkweise gerne prägen würde. Ist mir lieber als dass er lernt, dass es gute Kinder und böse Kinder gibt und das ist dann absolut und unverrückbar.

    Weil es tut mir leid ,dass die Kleine nicht anständig spielen kann eine erwachsene Perspektive ist . Dazu gehört zu verstehen,was Vernachlässigung für Schäden bei Kinder auslöst ...und wie es dadurch zu Fehlentwicklung kommen kann .

    Ich würde sowas dem Sechsjährigem nicht erklären wollen , nicht sein Thema , seine Erfahrungswelt ..muss ihn auch nicht beschäftigen in dem Alter .

    Da geht es um gut und richtig und falsch und warum falsch , aber nicht um psychologische Analysen.

    Hm, seh ich tatsächlich anders. Jedes Kind kennt das, dass es dumme Dinge macht um Aufmerksamkeit zu bekommen. So abgehoben psychoanalytisch ist das doch gar nicht, oder? Ich muss meinem Kind beibringen, was richtig und was falsch ist - keine Frage. Das schließt aber doch nicht aus, dass ich zusätzlich darauf hinwirke, dass es das andere Kind deshalb nicht hasst, sondern die Sache abhaken kann.


    Was ist eigentlich mit dem Spruch "der Klügere gibt nach"? Den bringt man Kindern seit Jahrzehnten bei. Sicher nicht die beste Herangehensweise in jeder Lebenslage, aber auch das ist mir wichtig, dass sie das lernen. Mit sechs Jahren auf jeden Fall nicht ganz undenkbar.


    Purzelbaumraum: Schön gesagt, dem stimme ich komplett zu.

    wintersonne: ich weiß, dass mein Kind sehr sehr feinfühlig und empathisch ist. Ihm zu sagen, dass sich das Mädchen falsch verhält und trotzdem Mitleid mit ihr zu haben, schließt sich nicht aus. Vielleicht versteht er es, vielleicht ist es ihm aber auch egal und er ist einfach sauer. Auch ok, dann hab ichs versucht. Wieso ist "mir tut die Kleine leid, dass sie nicht anständig spielen kann" Sichtweise aufzwingen, aber "du musst dich wehren, wenn du stärker bist als sie" nicht?

    Tja aber so ist nun eigentlich das Leben oft ....und man muss auch das lernen im Leben , sich nicht mit einem stärkerem anzulegen

    Ich kann mich an keine einzige Situation im Leben erinnern, an dem ich den Kürzeren gezogen habe, weil ich schwächer war. Es hat noch immer funktioniert, mich ohne Gewalt zur Wehr zu setzen. Immer. Und ich bin und war weiß Gott körperlich nie ein Schwächling.


    tiramisu01: Du darfst mich gern zitieren und kritisieren. Ich verstehe gerade nicht so ganz, was an der Aussage zum Kotzen ist, Auf deine Meinung gebe ich tatsächlich relativ viel.

    Um mal ein positives Beispiel zu erwähnen: in der Kleinkinderturnen-Gruppe gibt es durchaus auch Eltern, die es bequem finden, ihre Kinder dort einfach walten zu lassen und dann davon ausgehen, dass sich 2 - 4jährige schon selbst zurechtfinden und das unter sich ausmachen. Wenn ein Kind an einer Station Aufruhr macht, ist es völlig normal, dass die anderen Eltern eingreifen. Beliebt ist, dass sie von unten die schiefe Ebene hochklettern, anstatt sich oben anzustellen und runterzurutschen. Wenn Worte ignoriert werden, stellt man sich als Eltern davor und hindert das Kind am hochklettern. Wenn ein Kind mit dem Hockeyschläger ausholt, nehme ich ihm den weg. Das ist die Form, in der ich es absolut richtig finde, für das Kind einzustehen und ihm zu helfen. Allerdings kann man da immer zur Mutter oder zum Vater gehen und sie bitten, ein Auge auf ihr Kind zu haben. Bei der Geschichte mit dem Spielplatz geht das nicht. Und wenn ich keine Handhabe habe, dass das Kind aufhört, dann schütze ich meines, indem ich es aus der Situation rausnehme. Das schließt für mich natürlich ein, dass ich dem anderen Kind laut und deutlich sage, dass es das zu unterlassen hat. z.Fee hat ja aus meiner Sicht richtig angemerkt, dass sich davon die meisten schon beeindrucken lassen. Nur, wenn halt nicht, dann begebe ich mich nicht auf das Niveau des Kleinkinds und antworte mit Gewalt gegen ihre Gewalt. Damit bringe ich meinem Kind nicht bei, für sich einzustehen, sondern dass der Stärkere (in dem Fall Papa) gewinnt.


    Kindern beizubringen sich auch mal zu wehren, heißt für mich: wenn der andere mir das Spielzeug wegnimmt, darf ich schimpfen und es mir zurückholen. Und nicht: wenn der mich schubst, stehe ich auf und schubse ihn auch. Wenn er mir oben auf der Rutsche in den Rücken tritt, gehe ich wieder hoch und schlage ihm ins Gesicht oder trete auch. Dadurch wird überhaupt nichts deeskaliert und im Zweifelsfall zieht es auch noch den Kürzeren.


    Wenn mein Kind auf dem Nachhauseweg Mitleid für das Mädchen empfindet, weil es nichts kennt außer hauen und so nie spaßvoll spielen kann, habe ich in meinen Augen nicht viel falsch gemacht. Ich stelle mir in der Situation aber auch so eine kleine Furie vor, die alle tyrannisiert, weil sie womöglich auch von daheim nichts kennt außer Vernachlässigung und Gewalt. Vielleicht ist es ja aber auch weit weniger dramatisch.

    Das neue Klimaschutzgesetz ist fertig. Naja, ist halt ein Kompromiss. So ganz happy bin ich aber nicht, wenn ich die Zitate lese.

    "konkrete Klimaschutzmaßnahmen auch für 2030 - 2040 aufstellen", "die Sektoren in die Pflicht nehmen", "den CO2-Ausstoß intelligenter messen". Das riecht nach Schlupfloch über Schlupfloch. Wenn ein Sektor die Klimaschutzziele verfehlt, muss er nun keinen Aktionsplan für das Folgejahr mehr aufstellen. Heißt für mich: kann man nen Haken drunter machen und sagen "ist halt jetzt so". Die FDP konnte die Forderung durchsetzen, dass die Sektoren keine konkreten Ziele mehr beim CO2-Ausstoß haben. Praktisch für sie. Sie sagen, das neue Gesetz wäre mit Freiheitsbeschränkungen einhergegangen. Dass meine Freiheit durch die Auswirkungen des Klimawandels beschränkt werden, kann man scheinbar vernachlässigen. Und da haben ernsthaft noch Leute Angst vor den Entscheidungen der Ampel? Ich seh da nur Wohlfühlatmosphäre für alle.


    Solarpaket mit Bürokratieabbau bei heimischen Anlagen klingt hingegen ganz gut gelungen.

    Genau das ist aber leider schon eine Tatsache!

    Ist es nicht. Es ist deine Sicht auf die Dinge und die gehört meiner Meinung nach nicht mehr in dieses Jahrhundert.

    Ob und wann und wen Alfredo C. eine gewatscht hat, ist seine Sache. Da misch ich mich gar nicht ein. Ich stelle mich hier nur gegen die Aussage, dass das "richtig so" sei und diese dämliche Aussage mit der verweichlichten Generation, nur weil man inzwischen verstanden hat, sich auch ohne Gewalt zur Wehr zu setzen. Gewalt, egal in welcher Form, ist immer ein Ausdruck von Hilflosigkeit.

    Dann lies doch meine Beiträge richtig, du tust ja so, als hätte ich nicht geschrieben, dass verbale Kommunikation vorzuziehen ist. Ich wollte jetzt noch einiges zu schreiben, habe im Moment aber keine Lust und keine Zeit für so eine Diskussion. Nur eines noch: Ich bin sicher nicht dafür, dass man von sich aus angreift bei einer Auseinandersetzung, aber wenn andere das tun, muss man sie halt abhalten, sonst hören die nicht auf (um nichts anderes ging es). So jedenfalls meine Erfahrung.

    Gegen diese Aussage habe ich überhaupt nichts. Ich sage dir nur, dass ich es nicht gut finde, wenn jemand sagt "früher hab ich meiner Cousine einfach eine gescheuert" und darauf die Antwort kommt "Das hat niemandem geschadet. Heute darf man das nicht mehr und deshalb haben wir eine Generation voller Weicheier" und dass es mich wundert, dass du diese Aussage durch einen Daumen hoch unterstützt. Klar, es ist deine Sache und deine Meinung. Ich wundere mich eben.


    lilalu  Mozartfan: Es gibt Kinder, da kannst du erziehen, wie du möchtest. Die werden aggressiv und du stehst als Eltern vor unlösbaren Problemen. Dämmst du es nicht ein, machen sie einfach so weiter. Austreiben kannst du es nur, indem du selbst Gewalt anwendest (verbal, körperlich), dann unterdrücken sie es aus Angst, bis sie stark genug sind, sich gegen die Eltern zur Wehr zu setzen, oder kanalisieren ihre Wut anderweitig. Das muss hier nicht der Fall sein. Für mich klingt es eben nach Vernachlässigung. Weiß nicht, ob man das unter Erziehung versteht, wenn man seinem Kind keine Aufmerksamkeit schenkt, aber falls ja, stimme ich zu. Ansonsten bin ich der festen Auffassung, dass 99 % dessen, was man Kindern erzählt, keinerlei Effekt hat. Nur das, was man vorlebt und der Rest ist genetischer Cocktail sowie Reaktinoen auf äußere Bedingungen.

    Ich finde, wir können hier definitiv darüber diskutieren, ob und wie viel Körperlichkeit ok ist, wenn man merkt, dass das eigene Kind Schaden nimmt. Dass es einen verbalen Weg gibt, oder sich der Situation zu entziehen, oder auch dem Kind zu zeigen, dass es für sich einstehen soll.


    Aber sowas ...


    Genau so! Was schadets? Kein Wunder, dass mittlerweile eine ganze Generation von Weicheiern herangezogen wird

    halte ich für polemisch und daneben. Die Argumentation "Gewalt gegenüber Kindern hat niemandem geschadet" ist erstens falsch (sie schadet sehr wohl, hinreichend belegt) als auch höchst fragwürdig. Ich bin ehrlich gesagt auch etwas schockiert, dass Penelope da so einfach auf den Zug aufspringt.

    Empfinde ich als eher ruhiger und konfliktscheuer Mensch zwar auch so - aber immernoch besser als Hauen.

    Im Kindergarten lernen die Kinder z.b. sogar sie sollen extra laut Schreien "Nein, Hör auf. Das mag ich nicht!!!" Geht mir persönlich als Mutter natürlich tierisch auf den Senkel - aber ich verstehe dass es auch eine gewisse Prävention gegen Übergriffe ist. Nicht leise sein, nicht flüchten, oder ängstlich erstarren - laut sein, andere aufmerksam machen dass hier etwas geschieht was nicht in Ordnung ist.

    Ok, das verstehe ich auch und es macht Sinn. Ich hatte gerade ein Kind im Kopf, das sich umdreht, nah an das lästige Kind rangeht und dann so laut und schrill es kann "AAAAAAHHHHHHHH!!!" ins Ohr brüllt.


    Ich komme bei meinem Sohn mit Flüstern übrigens 10x besser durch als mit laut schimpfen. Aber das lässt sich nicht so einfach übertragen, das ist mir klar.

    Ohne Vorwurf und absolut wertungsfrei: was lernt dann das Kind daraus? Der der lauter und aggressiver ist, verdrängt die braven Kinder?

    Dass man Mitleid statt Wut haben kann und so lernt, über den Dingen zu stehen. Wären Eltern da, sähe das ganz anders aus. Aber gegen ein solches Kind, wie von wintersonne beschrieben, würde jede körperliche Auseinandersetzung aus meiner Sicht nach hinten losgehen. Im Zweifelsfall "darf" sie kratzen, treten usw. und ich müsste meine Kraft als Erwachsener einsetzen. Das mache ich nicht, da gehe ich lieber nach Hause. Ich kann meinem Sohn viel erklären, er versteht sehr gut und ist feinfühlig in sowas.


    Dass man sich nicht von lauten Kindern unterbuttern lassen muss, lernt er aus meiner Sicht besser beim Spielen mit "normalen" Kindern. Auch die hauen ja mal mit dem Förmchen, nehmen was weg, schubsen usw. Aber in dem Fall sehe ich nicht, dass man irgendwas gewinnen kann, wenn man sich dem Mädchen entgegensetzt. Abgesehen natürlich davon, wenn es darum geht, dass mein Kind unversehrt bleibt.


    Keine Sorge übrigens, ich nehme das nicht als Vowurf. Und mir ist total klar, dass jeder da anders reagieren würde. Ich finde den Faden hier ziemlich interessant und es gibt ganz sicher viele Varianten, ohne, dass eine die richtige oder falsche wäre.


    0123: Verbale Aggression ist jetzt auch nicht so viel anders, als hauen, oder? Irgendwie fehlt mir die Vorstellung dafür, dass sich ein wildes, elternloses 4jähriges Mädchen von einem lauten Brüllen zurückweisen lässt.


    Wombats: Ich hätte eher gesagt, dass es ihr Verhalten verstärkt, wenn man sich auf ihr Spielchen einlässt. Ein kleines Kind ohne Eltern auf dem Spielplatz, das schreit förmlich nach Aufmerksamkeit. Wenn überhaupt etwas dazu führen sollte, dass sie ihr Verhalten überdenkt, dann aus meiner Sicht nur, wenn man sie ignoriert und sie feststellt, dass niemand etwas mit ihr zu tun haben will. Aber vernachlässigte Kinder werden lieber angeschrien oder sogar angegangen, als links liegen gelassen. Was hat sie gewonnen, wenn sie ganz alleine auf der Rutsche ist und niemand mit ihr spielen mag?

    Zu meiner Zeit hätte man sie von der Rutsche gehoben, 5 Meter weiter wieder abgesetzt und eine eindringlich-strenge Predigt gehalten.


    War nicht alles schlecht, damals. Heute geht das ja nicht mehr.

    Ich würde das Kind tatsächlich nicht aktiv anfassen und gegen seinen Willen wegtragen. Da müsste schon viel passieren. Höchstens natürlich dazwischengehen, wenn ich merke, dass es andere grob attackiert.

    Nachdem meine alte Grafikkarte gerade den Geist aufgibt, habe ich mir einen neuen PC gekauft. Leistungsstark genug für das Meiste, was es so aktuell gibt. Ich bräuchte nur noch Zeit fürs Zocken, aber vielleicht hab ich die ja in einem Jahr oder so mal wieder.


    Derzeit beschränkt es sich auf die ein oder andere Runde Age Of Empires II nachts, wenn der Große schläft

    Nachdem ich keine Handhabe gegen das kleine Mädchen habe, würde ich dem Jungen erklären, dass mir das Mädchen leidtut, dass es ganz ohne Mama und Papa auf dem Spielplatz sein muss. Und dass es, weil es so traurig darüber ist, gemeine Sachen macht. Ich würde ihn darin bestätigen, dass er das nicht machen darf und dass er auch gar keinen Grund dafür hat, weil gemeinsam rutschen und spielen ja eh viel schöner ist. Zuerst würde ich anregen, dass er andere Spielgeräte benutzt als die, auf der das Mädchen gerade ist. Wenn ich merke, dass es wirklich so ist, dass ein angenehmer Aufenthalt auf dem Spielplatz nicht möglich ist, würde ich gehen.

    Lucy1989: Der GOT ist bei mir auch im normalen Bereich. Ich weiß halt nicht, wie lange der schon erhöht ist. Womöglich liegt es auch an der Ernährung, da will ich jetzt mal wieder ansetzen. Beruhigt mich aber, dass er sich bei dir wieder eingependelt hat. Wie lange waren die beiden denn erhöht?