Posts from Penelope in thread „Küchengeflüster“

    Gibt's aber! Meine Enkeltochter (17) will sich angeblich vegan ernähren, hat ihre Mutter gebeten, dies beim Einkauf zu berücksichtigen. Wenn die beiden bei uns zum Essen eingeladen sind und es Roulladen oder Gulasch gibt, dann haut das Kind rein, und zwar mit Hochgenuss. Nicht zu übersehen. Also nach "Überzeugung" sieht mir das hinsichtlich der veganen Ernährung nicht aus. Und von ihrer Mutter, also unserer Tochter, weiß ich, dass in der Clique, mit der die Kleine meist abhängt, vegane Ernährung in ist. Das ist natürlich ein Einzelfall, klar. Aber mein Gefühl sagt mir, dass es in Deutschland Tausende solcher Einzelfälle gibt.

    Ich weiß, du hast mich nicht angesprochen, aber ich erlaube mir dennoch mal, das zu kommentieren. Ich kannte schon so einige Veganer in meinem Leben, habe mit ihnen auch über den Weg dahin gesprochen. Mir ist (auch, wenn es das sicher gibt) keiner bekannt, der sich eigentlich nicht pflanzlich ernähren wollte, es aber gleich von heute auf morgen geschafft hat. Auch wir sind einfach nur Gewohnheitstiere, und trotz des Wissens um das Tierleid kann es auch mal in der Veränderungsphase vorkommen, dass man einfach mal verdrängt und Fleisch etc. isst. Na gut, geht auch ohne verdrängen, aber ich kenne es von mir selbst von damals so. Viele hören ja nicht auf, Fleisch zu essen, weil es nicht schmeckt. Jedoch fällt der Umstieg den einen leichter als den anderen, weil eben eine Zeit lang doch was fehlt und man sich erstmal orientieren muss, was die vegane Ernährung so für einen bietet. Man muss sich oftmals doch sehr gut informieren, und das braucht auch seine Zeit. Kenne es auch so, dass man idR die Mengen an Fleisch etc. einfach von Zeit zu Zeit vermindert und nicht von heute auf morgen alles perfekt schafft. Man kann sich ja einerseits der veganen Ernährungswelt öffnen, neugierig sein und ausprobieren, andererseits aber bewusst auch mal hin und wieder Fleisch genießen. Wenn man denn das Endziel hat, sich irgendwann vegan ernähren, ist ja schön und gut, aber ich denke, bewusst weniger Fleisch konsumieren sollte auch respektiert und wertgeschätzt werden. Kann vielleicht dazu führen, dass man nicht ernstgenommen wird von einigen anderen, weil man trotz Aufklärung und guter Absichten sich mal entgegen seiner Werte verhält, aber ein Schritt in die richtige (tierfreundlichere) Richtung ist doch immer positiv.

    Zumal auch das Interesse an Vermeidung von Tierleid weitaus verbreiteter ist in der jüngeren Generation und sich Veganer von den Wertvorstellungen her einfach oftmals ähneln; da wundert es mich auch nicht, dass man Gleichgesinnte anzieht oder sich halt gegenseitig positiv beeinflusst, zumal man sich unnötige Diskussionen und Vorurteile erspart.

    Warum sollte man Fleisch nicht imitieren? Die Frage habe ich schon häufiger gehört und noch nie verstanden.

    Weil manche Leute den Anspruch an Veganer haben, dass sie bitteschön komplett clean essen und sowieso alles perfekt machen sollen, sonst könne man es ja gleich lassen. Und dann kann man auch damit "argumentieren", dass veganes Essen entweder total langweilig oder ungesund ist, in den Augen mancher aber beides gleichzeitig (wobei die Wissenschaft da schon weiter ist als manche Köpfe), was dazu führt, dass man sich ja sowieso nicht weiterhin damit auseinandersetzen muss und es guten Gewissens abwerten kann.


    Ich bin übrigens keine Veganerin, die es als Mission sieht, anderen ihr Fleisch zu verbieten. Ich bin nur gegen die grausame Massentierhaltung (ob "bio" oder nicht) und würde mir einfach wünschen, dass mit Empathie das Tier mit Charakter und Gefühlen hinter dem Produkt gesehen wird, was viele leider verdrängen. Ich befürworte auch z.B. kompetente Jäger (damit meine ich welche, die wissen, wie sie Tiere zu erlegen haben, sodass sie nicht leiden), die sich selbst ihr Fleisch schießen, da mir klar ist, dass es völlig utopisch ist, dass die Menschheit vegan wird. Nur mal so als Beispiel.